{"id":1152,"date":"2012-07-22T21:52:48","date_gmt":"2012-07-22T20:52:48","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1152"},"modified":"2017-10-24T07:53:22","modified_gmt":"2017-10-24T06:53:22","slug":"predigt-den-anderen-hoeher-schaetzen-als-sich-selbst-phil-2-1-4-22-juli-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1152","title":{"rendered":"Predigt: Den Anderen h\u00f6her sch\u00e4tzen als sich selbst (Phil 2, 1-4) 22. Juli 2012"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/respekt.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1153\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1153\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/respekt.jpg?fit=400%2C246&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"400,246\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"respekt\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/respekt.jpg?fit=400%2C246&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1153\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/respekt-300x184.jpg?resize=300%2C184\" alt=\"respekt\" width=\"300\" height=\"184\" \/><\/a><span style=\"color: #800080;\">Den Anderen h\u00f6her sch\u00e4tzen als sich selbst ist eine Herausforderung, an der man l\u00e4nger zu kauen hat<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><b><br \/>\n<\/b><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Predigttext:<br \/>\n[1] Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist\u00a0 Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, [2] so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig seid. [3] Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern h\u00f6her als sich selbst, [4] und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.\u00a0\u00a0 Philipper 2, 1-4:<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\ndie Gemeinde in Philippi war f\u00fcr den Apostel Paulus so etwas wie seine Lieblingsgemeinde. Denn bei denen lief alles wie am Schn\u00fcrchen.<br \/>\nIn anderen Gegenden wurde er ins Gef\u00e4ngnis geworfen.<br \/>\nOder er wurde nur geholt, wenn es um Auseinandersetzungen ging.\u00a0 Z.B in Korinth, wo sich beim Abendmahl die Reichen erst einmal satt a\u00dfen und die Armen die k\u00fcmmerlichen Reste bekommen haben. Die Gemeinde in Philippi hingegen, war auch noch lange nach Paulus Tod bekannt f\u00fcr ihre Einm\u00fctigkeit. Da passte irgendwie alles.<!--more--><\/p>\n<p>Und doch schnappt er sich noch einmal den Stift und macht das, was in Philippi so gut l\u00e4uft zum Thema einer warnenden Erinnerung:<br \/>\nAchtet auf die Einheit.<br \/>\nSchau nicht auf dich und das Ansehen, das du durch seine Arbeit bekommst.<br \/>\nSchau auf den Anderen und sch\u00e4tze ihn h\u00f6her ein als dich selbst.<\/p>\n<p>Offenbar ist das auch in der Idealgemeinde Philippi keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.\u00a0 Der Knatsch, der Streit, die Eifers\u00fcchteleien, die gegenseitige Abwertung lauert an allen Ecken und Enden. Und darum ist das ein steter Kampf gegen den inneren \u201eEgo-Schweinehund\u201d<br \/>\nDa gibts die, die sehr regelm\u00e4\u00dfig in den Gottesdienst kommen. Die m\u00fcssen damit leben, dass solche, die fast nie da sind, behaupten die anderen w\u00fcrden ja nur so oft in die Kirche gehen, damit sie ihre Sonntagsklamotten ausf\u00fchren k\u00f6nnen und von den anderen gesehen werden . Umgekehrt, muss einer von den Selten-gehern darauf gefasst sein, dass er &#8211; falls er denn mal au\u00dferhalb von Weihnachten herkommt &#8211; begr\u00fc\u00dft wird mit: \u201eAch, du hast aa mal den Weg in die Kirch g\u0301funden?!\u201d<\/p>\n<p>Wir merken: Da schaut keiner besonders ehrfurchtsvoll zum anderen auf.<\/p>\n<p>Nicht anders kann es gehen, wenn bei Festen die immer engagierten Ehrenamtlichen auf die treffen, die blo\u00df einmal im Jahr bei der Kirche im Gr\u00fcnen oder beim Kindergartenfest mitanpacken.<br \/>\nJeder erhofft, dass der andere die eigene Leistung w\u00fcrdigt.<br \/>\nDer eine sagt. Hey, freu dich doch, dass ich heute auch mal ne Stunde mit aufr\u00e4ume!<br \/>\nDer andere denkt: \u201eIst dir eigentlich klar, dass ich mich jede Woche mindestens\u00a0 zwei Stunden f\u00fcr die Kirche engagiere?\u201d<br \/>\nAuch hier sehen wir: Eigentlich geh\u00f6ren beide gelobt. Aber letztlich schaut einer den anderen leicht schr\u00e4g an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte man auch mit andern Feldern durchdeklinieren:<br \/>\nDie Frommen und die eher Liberalen.<br \/>\nDer Pfarrer, der mit akribischer Pr\u00e4zision sein wie geschmiert laufendes Pfarramt managt und der kreative, chaotische Pfarrer.<\/p>\n<p>Das Miteinander ist m\u00fchsam &#8211; gerade weil man tendenziell der Meinung ist, der eigene Weg w\u00e4re der bessere.<br \/>\nPaulus aber gibt uns den Auftrag: \u201eIn Demut achte einer den andern h\u00f6her als sich selbst\u201d &#8211; die Gedanken, das Handeln des Anderen h\u00f6her sch\u00e4tzen als das Eigene &#8211; das f\u00e4llt uns nicht leicht.<\/p>\n<p>Seit ein paar Monaten haben wir ja Richtung Neustadt auf der B8 das Vergn\u00fcgen einer dreispurigen Stra\u00dfe. Und beim Chausseehaus die Herausforderung, dass die linke und die rechte Spur irgendwie wieder zusammenkommen m\u00fcssen. Und die meisten von ihnen haben schon erlebt, dass das nicht so ganz einfach ist. Da ist einer auf der linken und einer auf der rechten Spur, und jeder meint, er ist im Recht. Der rechts gibt noch ein bisschen Gas: \u201eDer auf der linken Spur schafft das doch eh nicht mehr, dann muss er halt langsamer machen und hinter mir einf\u00e4deln.\u201d Und der links sagt sich. Der Depp sieht doch, dass ich da komme, na des geht schon noch &#8230;\u201d &#8211; Und schon gibts demn\u00e4chst eine neue Leitplanke!<\/p>\n<p>Sich selber nicht nur im Recht sehen!<br \/>\nDie Bed\u00fcrfnisse und Anliegen der anderen erkennen.<br \/>\nLieber dem Anderen den Vortritt lassen und sich dabei sicher sein, dass man letztlich damit nichts verliert.<\/p>\n<p>Darin liegt f\u00fcr Paulus der Schl\u00fcssel zu einer Einheit, zu einer geistlichen Einheit, auch in einer Kinderchengemeinde. Wir sind eine buntgefleckte Gemeinschaft. Mit allen m\u00f6glichen Ansichten, Aspekten, mit unterschiedlichen Traditionen und \u00dcberzeugungen. Und wir werden die alle nicht harmonisieren k\u00f6nnen. Wir werden bunt bleiben.<br \/>\nGottesdienst-Kerngemeinde und seltene Besucher.<br \/>\nGemeinschaftler und Liberale.<br \/>\nSiedlung und altes Dorf.<br \/>\nTraditionsbewahrer und Modernisierer.<\/p>\n<p>Zu Zeiten des Paulus hatte man in Kleinasien Sklaven und Sklavenhalter in einer Gemeinde. Damit musste man leben. Das war sicher eine enorme Herausforderung. In Korinth haben die Sklavenhalten der Vortritt f\u00fcr sich reklamiert &#8230; und ihnen ist das ganze\u00a0 b\u00f6se um die Ohren geflogen. Das hat die Gemeinde zerrissen. In Philippi hat man es offenbar besser hinbekommen.<\/p>\n<p>Sich selbst zur\u00fcckzunehmen &#8211; nicht auf das zu sehen, was man selber geleistet hat und bekommt.<br \/>\nSondern zu schauen, was der andere braucht und ihm gro\u00dfen Respekt zu zollen:<br \/>\nAufzuschauen zum anderen und sich freuen mit dem was ihm gelingt.<br \/>\nUnd gerade wenn der Andere anders ist als ich &#8211; und auch nicht so ist oder so lebt, wie ich es besonders erstrebenswert finde: Es ist die Kunst, dennoch ihn h\u00f6her zu achten als mich selbst &#8211; wie Paulus es schreibt.<\/p>\n<p>Ja: Den anderen Knaller liebt Gott genauso wie mich. Und wahrscheinlich gibt es bei ihm etwas, was ich nicht sehen kann &#8230; aber wenn ich das erkennen w\u00fcrde, was ich in meiner Begrenztheit \u00fcbersehe &#8211; dann w\u00fcrde ich mich wahrscheinlich daf\u00fcr sch\u00e4men, dass ich hochm\u00fctig zu ihm heruntergeblickt habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwas Paulus uns da vorschl\u00e4gt ist keine leichte \u00dcbung.<br \/>\nIch bin da auch immer wieder \u00fcberfordert &#8211; und bekomme das mit der Demut und dem H\u00f6hersch\u00e4tzen des Anderen nicht so gut hin. Aber wir haben ja genug Zeit zum \u00dcben &#8211; um auf diesen Weg weiterzugehen und\u00a0 etwas f\u00fcr die Einheit unserer Gemeinde zu tun:<br \/>\nDass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern h\u00f6her als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Foto: <a id=\"Text1Link1\" href=\"http:\/\/www.pixelio.de\">Gisela Peter \/ Pixelio.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Anderen h\u00f6her sch\u00e4tzen als sich selbst ist eine Herausforderung, an der man l\u00e4nger zu kauen hat Predigttext: [1] Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist\u00a0 Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, [2] so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1152\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt: Den Anderen h\u00f6her sch\u00e4tzen als sich selbst (Phil 2, 1-4) 22. 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