{"id":1145,"date":"2012-09-30T21:34:36","date_gmt":"2012-09-30T20:34:36","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1145"},"modified":"2017-10-24T07:51:56","modified_gmt":"2017-10-24T06:51:56","slug":"predigt-allein-weil-es-dich-gibt-1-tim-44-30-september-2012-erntedank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1145","title":{"rendered":"Predigt: Allein, weil es dich gibt &#8230; (1. Tim 4,4) 30. September 2012, Erntedank"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Erntedank2012.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1146\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1146\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Erntedank2012.jpg?fit=400%2C346&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"400,346\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Erntedank2012\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Erntedank2012.jpg?fit=400%2C346&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1146\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Erntedank2012-300x259.jpg?resize=300%2C259\" alt=\"Erntedank2012\" width=\"300\" height=\"259\" \/><\/a>Erntedankpredigt mit einer aus der Welt der Kirchenm\u00e4use: Wie ist das mit den Dingen, wie man nicht will und nicht braucht? M\u00e4uschen Elvira macht da so manche Erfahrung<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Predigttext: 1. Timotheus 4,4:<br \/>\nAlles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde<br \/>\nalles ist gut! Alles ist toll! Alles ist klasse!<br \/>\nDas k\u00f6nnte das heimliche Motto des Erntedankfestes sein.<br \/>\nDenn wir feiern heute das, was gelungen ist. Und die Erntedankgaben sind ein deutlicher Hinweis auf das, was da alles gewachsen und gelungen ist auf unseren Feldern und in unseren G\u00e4rten.<br \/>\nTrotz des trockenen Sommers ist es doch noch ganz gut geworden.<br \/>\nUnd daf\u00fcr sagen wir traditionell an Erntedank ein Dankesch\u00f6n an unseren Sch\u00f6pfer. Danken f\u00fcr seine F\u00fcrsorge, daf\u00fcr, dass er uns schenkt, was wir brauchen &#8211; so dass wir am Ende nicht mit leeren H\u00e4nden, leerem Keller und leerer Gefriertruhe dastehen.<!--more--><\/p>\n<p>Man muss keinen gro\u00dfen Gedankensprung machen, um \u201eErntedank\u201d auch etwas weiter zu fassen.\u00a0 Beim Bauern w\u00e4chst ja nicht nur der Mais, sondern er freut sich auch, wenn die K\u00fche im Stall gesund bleiben und eine ordentliche Milchmenge produzieren. Die Mutter in der Siedlung ist froh \u00fcber die pr\u00e4chtigen Mohrr\u00fcben im Garten&#8230; aber mindestens genauso dankbar ist sie, wenn die Kinder in der Schule gut vorankommen.\u00a0 Und wer Verantwortung in einem Unternehmen hat, f\u00fcr den ist Erntedank wohl auch Gelegenheit danke zu sagen f\u00fcr einen guten Gesch\u00e4ftsverlauf, f\u00fcr ausreichend eingehende Auftr\u00e4ge und ausgebliebende Produktionspannen.<br \/>\nWir danken heute f\u00fcr alle diese F\u00fcrsorge, die wir erfahren. F\u00fcr gute \u201eErnte\u201d im eigentlichen und im \u00fcbertragenen Sinn. Und dann kann man sich auch einfach an unseren wunderbar geschm\u00fcckten Erntedankaltar freuen.<\/p>\n<p>Aber wir wissen auch &#8211; wir machen immer wieder die Erfahrung, dass es mit der Ernte nicht klappt. Dass man Misserfolge und R\u00fcckschl\u00e4ge erlebt. Kleine oder auch gro\u00dfe. Und doch lassen wir das Erntedankfest nicht ausfallen.\u00a0 Ja sogar in L\u00e4ndern und Regionen, wo nur wenig w\u00e4chst, und die Menschen oft sogar Hunger leiden, feiert man bewusst das Erntedankfest: Um sich zu an zwei Dinge zu erinnern:<br \/>\nErstens: Wir haben etwas zu essen, und sind froh und dankbar, dass \u00fcberhaupt etwas da ist. Es h\u00e4tte auch schlimmer kommen k\u00f6nnen.<br \/>\nZweitens: Wir vertrauen darauf, dass Gott es gut mit uns meint. Auch wenn unser Leben nicht problemlos verl\u00e4uft und wir so manches Schwere tragen m\u00fcssen: Wir hoffen, dass Gott uns dabei nicht alleine l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde in Wilhelmsdorf\/Brunn.<br \/>\nWir feiern Erntedank als Zeichen der grunds\u00e4tzlichen F\u00fcrsorge Gottes f\u00fcr unser Leben, auch wenn wir manchmal ganz andere Erfahrungen machen. Vielleicht m\u00fcsste man einmal mutig sein, und dementsprechend an Erntedank Dinge, die wir als eher sinnlos und unn\u00fctz oder gar schlecht betrachten hier mit hindrapieren. Ein K\u00f6rbchen mit Disteln, Brennesseln, einer W\u00fchlmaus, und die Reste einer vom Hagel zerschlagenen Zucchini.<\/p>\n<p>Der offizielle Predigttext von heute ist ein Satz: \u201eAlles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird;\u201d &#8211; Paulus schreibt das an Timotheus.<\/p>\n<p>Das ist eine Behauptung, die ich Ihnen nicht beweisen kann. Aber man kann sich daran machen, es zu erfahren! Zu erleben, dass vieles seinen Sinn und seinen Grund hat, auch wenn ich ihn noch nicht kenne. An Erntedank das, was man hat, dankbar anzunehmen. Und das, was nicht so lief, wie erhofft, akzeptieren, und hoffen, dass sich irgendwann der Kreis schlie\u00dft und ich erkenne, dass es Gott letztlich doch gut mit mir gemeint hat.<\/p>\n<p>Vielleicht so, wie in meiner Geschichte vom M\u00e4usekind Elvira &#8211; die sich auch fragt: Wozu so manches \u00fcberhaupt gut sein soll &#8230; vor allem, wozu sie selber gut sein soll:<\/p>\n<p><b><i>Die Erz\u00e4hlung von Elvira (<\/i><\/b>Alexander Seidel)<\/p>\n<p>Ganz \u00e4ngstlich und verschreckt schlupfte das M\u00e4usekind Elvira durch das kleine Mauseloch in ihr Versteck unter der Kirchentreppe. Sie zitterte am ganzen K\u00f6rper: Ihre Barthaare wackelten, ihr Schwanz schlotterte und auch ihre \u00d6hrchen zitterten. \u201eMama\u201d rief sie \u201eeben hat mich die Putzfrau mit dem Besen verfolgt. Ganz laut hat sich gekreischt und immer wieder neben mir auf den Boden geschlagen\u201d. Elvira kuschelte sich an ihre M\u00e4usemama und beruhigte sich langsam wieder, w\u00e4hrend ihre Mama sie im Nacken kraulte.<\/p>\n<p>\u201eJa ja, ich wei\u00df,\u201d sagte sie \u201edie meisten Menschen m\u00f6gen uns ganz und gar nicht. Weder hier in der Kirche noch daheim. Manche stellen sogar Fallen auf oder legen sich eine Katze zu. Das war schon immer so, mein Schatz\u201d.<br \/>\n\u201eMama, die Putzfrau hat gerufen: Weg mit euch nutzlosem Pack. Sag mal, sind wir M\u00e4use wirklich so nutzlos? F\u00fcr irgend etwas m\u00fcssen wir doch gut sein. Ich meine: Es muss doch etwas geben, wo wir gebraucht werden &#8211; oder?\u201d<br \/>\nDie M\u00e4usemama schaute einen Moment ratlos drein und antwortete: Am besten, du gehst r\u00fcber zu Papa und fragst den.<\/p>\n<p>Elvira huschte um ein Mauseloch weiter zu Papa, der gerade mit ihrem Bruder Max ein paar Getreide\u00e4hren aufr\u00e4umte. \u201ePapa, kannst du mir sagen, wof\u00fcr wir M\u00e4use eigentlich gut sind?\u201d<br \/>\n\u201eTja,\u201d antwortete er , legte die Getreide\u00e4hre zur Seite und schob seine Brille etwas nach oben, damit es intelligenter aussah. \u201eWir M\u00e4use sind ganz wichtig f\u00fcr diese Welt &#8230; also f\u00fcr ganz viele Dinge &#8230;ja &#8230; zum Beispiel &#8230;. &#8211; Ah ja, zum Beispiel sind wir dazu da, damit das Getreide, das den Bauern bei der Ernte herunterf\u00e4llt\u00a0 nicht am Boden liegen bleibt, sondern von uns gesammelt und in unseren Vorratsh\u00f6hlen gelagert wird. Und das gleiche gilt f\u00fcr den K\u00e4se und den Speck der Menschen, den sie in ihren H\u00e4usern herumliegen lassen. Wir r\u00e4umen den auf und fressen ihn. Damit sind wir den Menschen eine gro\u00dfe Hilfe.\u201d<br \/>\nElvira sah nicht sehr \u00fcberzeugt aus.<\/p>\n<p>\u201eIch habe auch eine Idee\u201d rief ihr Bruder Max: \u201eIch habe gelesen, dass die Katzen uns brauchen &#8230; n\u00e4mllich als Futter&#8230;\u201d entsetzt sahen Elvira und Papa ihn an. Er brach seinen Satz ab und sch\u00e4mte sich f\u00fcr seine d\u00e4mliche Idee.<\/p>\n<p>Entt\u00e4uscht schlich Elvira zur\u00fcck: Durch Mamas H\u00f6hle hin zum Mauseloch, das in die Kirche hineinf\u00fchrte. Die Putzfrau war inzwischen weg; so trippelte sie vor an den Altar, wo diese vielen wundervollen Erntedankgaben lagen.<br \/>\nUnd der Pfarrer hatte aufgez\u00e4hlt, wof\u00fcr man dankbar sein kann: Das Getreide auf dem Feld, die Milch im Stall, die Mohrr\u00fcbe, volle Auftragsb\u00fccher und sogar f\u00fcr flei\u00dfige Sch\u00fcler.\u00a0 Aber von den M\u00e4usen hatte er nichts gesagt. Kein Wort! Hatte der Pfarrer sie etwa \u00fcbersehen. Oder waren sie tats\u00e4chlich f\u00fcr gar nichts gut?<\/p>\n<p>\u201eHallo Gott,\u201d fiebste sie \u201ekannst du mir sagen, wof\u00fcr wir M\u00e4use eigentlich gut sind\u00a0 &#8211; bitte !? Ich brauche eine Antwort &#8211; aber schnell.\u201d Und im selben Moment h\u00f6rte sie ein leises Rauschen das von oben herab kam, genau auf sie zu und sie h\u00f6rte eine zarte Stimme: \u201eHallo kleines M\u00e4usekind\u201d.<br \/>\nEs war die Spinne Amanda. Die hatte sich gerade von der Kante des Lesepults an ihrem feinen Faden zur kleinen Kirchenmaus herabgelassen. \u201eIch habe geh\u00f6rt, was du gesagt hast. Und ich muss dir sagen: Ich kenne das Problem: Die meisten Menschen schreien,: \u201eiiih, eine Spinne!\u201d\u00a0 wenn sie mich sehen. Wenn sie meine Netze entdecken, zerst\u00f6ren sie sie. Keiner scheint mich zu m\u00f6gen. Obwohl ich keinem Menschen etwas zuleide tue, finden mich alle schrecklich.<br \/>\n\u201eJa\u201d, seufzte Elvira \u201ees ist furchtbar. Ich f\u00fchle mich klein, nutzlos und wertlos\u201d.<br \/>\n\u201eNein-nein-nein\u201d fl\u00fcsterte Amanda eifrig, schau doch mal dorthin,\u00a0 zu den ganzen Sachen, die die Menschen heute zum Erntedankfest hierhergelegt haben. &#8211; F\u00e4llt dir da nichts auf??\u201d<br \/>\nElvira schaute zu den \u00c4pfeln, Kartoffeln, Birnen und Pflaumen. Zu dem Weizen, den Roggen, der Gerste, den Hafer und den Mais. \u201eWas soll mir da auffallen? Eben lauter leckere Sachen, die die Menschen m\u00f6gen und brauchen!\u201d. \u201eNein, liebe Maus\u201d, erkl\u00e4rte Amanda: Das meiste von den Dingen da vorne ist \u00fcberfl\u00fcssig! Die Pflaumen, die Kartoffeln, sogar die \u00c4pfel und Tomaten brauchen die Menschen eigentlich gar nicht zum \u00dcberleben. Die w\u00fcrden mit einem bisschen Getreide, Wasser und etwas Kohlrabi auch leben k\u00f6nnen. Aber Gott hat es gefallen, unsere Welt mit vielen vielen Dingen zu f\u00fcllen, die sie nicht brauchen, aber die unsere Welt sch\u00f6ner, bunter oder vielf\u00e4ltiger machen.<\/p>\n<p>Schau dir die Sonnenblume an. Die braucht kein Mensch, aber alle sind froh und dankbar, dass es sie gibt. Und du kleines M\u00e4usekind Elvira, auch du bist wie diese Sonnenblume: Gott hat beschlossen, dass die Welt jemanden wie dich braucht.\u00a0 Die Welt w\u00e4re ohne dich nicht vollst\u00e4ndig. Auch wenn kein Mensch auf der Welt sich erkl\u00e4ren kann, warum es dich gibt: Gott hat gewollt, dass du im Bauch deiner Mama heranw\u00e4chst und hier in unserem Dorf auf die Welt kommst.\u00a0 Was gibt es Sch\u00f6neres, als zu wissen: Der Gott, der Herr der Welt, hat h\u00f6chstpers\u00f6nlich beschlossen, dass diese Welt dich braucht. Du bist Gottes Geschenk an diese Welt.\u201d<\/p>\n<p>Elvira, stellte sich aufrecht auf ihre Hinterbeine und reckte ihre M\u00e4usenase in die H\u00f6he: \u201eJa, ich glaube, so ist es. Denn auch meine Eltern lassen mich oft sp\u00fcren, dass ich ganz wichtig f\u00fcr sie bin. &#8211; Wie konnte ich nur so dumm sein, und auf diese Menschenfrau zu h\u00f6ren, die mich als unn\u00fctz beschimpft.<\/p>\n<p>\u201eNunja,\u201d murmelte Amanda, vielleicht sollte ich f\u00fcr sie mit meinem Faden eine Inschrift \u00fcber die Eingangst\u00fcr weben: \u201eAlles, was Gott geschaffen hat, ist gut. Frage nicht, wozu es gut ist, sondern akzeptiere dass es da ist.\u201d<\/p>\n<p>Aber diese Worte h\u00f6rte Elvira schon nicht mehr, denn sie war schon voller Tatendrang und Stolz in ihrem M\u00e4useloch verschwunden.<\/p>\n<p>AMEN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erntedankpredigt mit einer aus der Welt der Kirchenm\u00e4use: Wie ist das mit den Dingen, wie man nicht will und nicht braucht? M\u00e4uschen Elvira macht da so manche Erfahrung Predigttext: 1. 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