{"id":1130,"date":"2012-11-21T22:25:20","date_gmt":"2012-11-21T21:25:20","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1130"},"modified":"2021-01-26T21:56:48","modified_gmt":"2021-01-26T20:56:48","slug":"predigt-jesus-als-apotheker-mt-1128-21-november-2012-buss-und-bettag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1130","title":{"rendered":"Predigt: Jesus als Apotheker (Mt 11,28) 21. November 2012, Bu\u00df-und Bettag"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\">Predigt zum Bu\u00df- und Bettag 2012 anhand des Gem\u00e4ldes &#8222;Christus als Apotheker&#8220;. Bibeltext:\u00a0 Kommt her, die ihr m\u00fchselig und beladen seid&#8230;<br \/>\nDas Bild ist erh\u00e4ltlich im<a href=\"https:\/\/shop.gottesdienstinstitut.org\/karte-apotheker-buss-und-bettag-2012.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Gottesdienstinstitut N\u00fcrnberg<\/a><br \/>\n<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Entschlossen steuert Isolde auf die Apotheke in der Ortsmitte zu: \u201eSchau, die haben sogar offen\u201d die haben bestimmt was f\u00fcr deinen Fu\u00df! \u201eAch komm, neee &#8211; des brauchts net- des halt ich schon noch aus!\u201d Isoldes Mann Olaf wehrt entschieden ab und humpelt hinter ihr her: \u201eWas sollen die denn schon gro\u00df f\u00fcr mich haben. Da gibts bestimmt nichts Gescheites in so einer italienischen Apotheke. Das mit der Feuerqualle, das wird schon wieder&#8230; Autsch ah, wie des brennt &#8230;\u201d<br \/>\n\u201eStellt dich nicht so an\u201d kontert sie \u201edie tun dir schon nichts. So kannst du mit deinem Fu\u00df jedenfalls nicht weitermachen &#8230;\u201d<!--more--><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nich \u00fcberlasse es Ihrer Phantasie, wie Sie diese Geschichte weitergehen lassen. Aber die k\u00f6nnen sich denken: In dieser Apotheke h\u00e4tten die beiden sicher jemanden gefunden, der sich Olafs Fu\u00df angeschaut h\u00e4tte: \u201eAh, kein Problem. das haben wir ganz oft, und da hilft diese Salbe ganz wunderbar. Fr\u00fch, mittag, abend auftragen, Bein sch\u00f6n hochlegen und in 2 Tagen ist es vorbei\u201d.<br \/>\nAuch wenn nicht gegen alles ein Kraut gewachsen ist: In der Apotheke kann dir geholfen werden. Da ist jemand, der sich auskennt, der dir weiterhilft &#8211;\u00a0 du musst halt hingehen.<\/p>\n<p>Aber das ist f\u00fcr manche halt das Problem &#8211; dass sie lieber immer alles mit sich selber ausmachen.<br \/>\nAllein f\u00fcr sich. Allein mit sich. Blo\u00df keinen anderen reinschauen oder reinreden lassen &#8211; so wie der Olaf mit seinem entz\u00fcndeten Fu\u00df. \u201eDass geht schon, das kriege ich schon alleine hin.\u201d Und dann wird halt irgendwie weitergewurstelt.<\/p>\n<p>Ich denke, wir Menschen sind nicht zum Alleine-wursteln gemacht. Wir sind als Beziehungs-Wesen geschaffen: \u201eEs ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei\u201d &#8211; wir sind so gestrickt, dass wir manchmal f\u00fcr bestimmte Dinge einfach einen Anderen brauchen, einen der uns hilft.<\/p>\n<p>Jesus als Apotheker! &#8211; Das Bild, das Sie hier in den H\u00e4nden halten, das zeigt tats\u00e4chlich Jesus als Apotheker! Man sieht ihn, wie er sachkundig verschiedene Mittel abwiegt und zusammen mischt. Es ist in der evangelischen Kirche von Gussenstadt im schw\u00e4bischen Landkreis Heidenheim zu sehen und etwa 340 Jahre alt.<\/p>\n<p>Ich denke, es passt gut zum Bu\u00df- und Bettag. Denn dieser Tag, ebenso wie das Bild von Jesus als Apotheker haben einen therapeutischen Ansatz.<br \/>\nWeil es ja immer etwas gibt, was nicht so gut l\u00e4uft, weil man ja wei\u00df, dass in manchem der Wurm drin ist, weil man um die kleinen Blessuren und Malheure des eigenen Leben wei\u00df.<br \/>\nJa, und da gibt es einen, der anbietet: Ich kann dir helfen, ich habe da etwas f\u00fcr dich, was dir Heilung bringt. &#8211; Und da sind wir wieder beim alten Problem des \u201esich nicht helfen lassen wollens\u201d.<\/p>\n<p>Aber f\u00fcr den der sich helfen lassen will, birgt dieser Gedanke der \u201eApothekers\u201d und auch dieses Bild einige interesannte Aspekte.\u00a0 Zwei davon m\u00f6chte ich mal betrachten.<\/p>\n<p>Der eine Punkt: Bei einem Apotheker kann ich bekommen, was mir weiterhilft, mich vielleicht sogar gesund werden l\u00e4sst. Aber ich muss mir das nat\u00fcrlich auch antun, was er mir empfiehlt. Und im seltensten Fall bekomme in ein Wundermittel, das mich Blitzschnell von allen Leiden befreit. Vielmehr habe ich es mit einem Heilungsprozess zu tun, der Zeit braucht. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck wird es besser.<br \/>\nUnd selbst wo wir heute in diesem Gottesdienst bei Beichte und Abendmahl und von jetzt auf gleich bewusst sein d\u00fcrfen, dass Gott uns unsere S\u00fcnden vergeben hat. So manches, was uns bedr\u00fcckt, hat seine Abdr\u00fccke auf der Seele hinterlassen, die nur allm\u00e4hlich verschwinden.<br \/>\nSo d\u00fcrfen wir dank Gottes Vergebung eigentlich frei aufatmen &#8211; aber manchmal holen uns die alten Erinnerungen und Geschichten wieder ein , und dann muss man sie mit den Selbstbewusstsein eines Geheilten immer wieder man davonscheuchen. Auch frei werden kann ist ein langsamer Prozess sein.<\/p>\n<p>Der andere Punkt: Dieser Apotheker-Jesus auf diesem Gem\u00e4lde hat einen sehr vielf\u00e4ltigen Vorrat an \u201eMedizin\u201d, mit der er hier t\u00e4tig ist. Da steht so manches: Mit einer Lupe kann man das hier halbwegs lesen, was der K\u00fcnstler darauf gemalt hat. Und er hat sich da einiges gedacht:<br \/>\n&#8211; Hilfe in N\u00f6ten, Ewiges Leben, Gottes Gnade: Ja, da nehmen wir gerne was davon.<br \/>\n&#8211; Friede, Gerechtigkeit, Geduld: Damit lasse ich mich auch gerne behandeln. Aber Vorsicht: Wahrscheinlich ist das hier antik-hom\u00f6opatisch gedacht: \u201eGleiches soll mit Gleichem therapiert werden\u201d: Friede, Gerechtigkeit, Geduld &#8230; das sind nicht nur die Tropfen, die Jesus mir verschreibt: Das ist auch das, was er von mir als Ergebnis seiner Therapie von mir erhofft.<br \/>\n&#8211; Und da ist das gro\u00dfe S\u00e4ckchen, aus dem Jesus gerade einen L\u00f6ffel genommen hat: \u201eKreuz-Wurz\u201d steht darauf geschrieben. Und damit meint der Maler nicht den Enzian, der auch so genannt wird, sondern die Dosis an Leiden und Sorgen, die zu einem Leben immer auch dazugeh\u00f6ren<\/p>\n<p>Jesus sagt: \u201eMensch, auch wenn du gerne das perfekte Leben h\u00e4ttest; bei mir bekommst du eine therapeutische Mischung, zu der auch ein gewisser Anteil an \u201eKreuzwurz\u201d geh\u00f6rt.\u201d Auch wenn es sich keiner w\u00fcnscht: Es w\u00e4re illusorisch, zu denken, es g\u00e4be ein Leben ohne diese Schattenseiten.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nRechts oben auf diesem Bild steht ein Jesuswort aus dem Matth\u00e4usevangelium:<br \/>\n\u201eKommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid; ich will euch erquicken.\u201d Und weiter hei\u00dft es da: \u201e Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig; so werdet ihr Ruhe finden f\u00fcr eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.\u201d<br \/>\nUnd dann schaue ich mit diesem Jesus auf dem Bild an, der da mit sch\u00f6nen und auch weniger sch\u00f6nen Heilmitteln hantiert. Ich sp\u00fcre, die Ruhe, die er bei seinem Tun ausstrahlt. Entspannt, unaufgeregt; er wei\u00df offenbar genau, was er da tut &#8230; da gibts keinen Zweifel, dass er hier das richtige Ma\u00df abwiegt. Allein schon seine Handhaltung l\u00e4sst mich erahnen: Hier wird sehr pr\u00e4zise abgewogen wird, da muss ich keine Sorge haben, dass ich mir bei diesem Apotheker eine falsche Dosierung einhandle.<\/p>\n<p>So will ich Vertrauen haben, dass ich in seiner Apotheke gut aufgehoben bin. Dass ich bei ihm das Richtige bekomme:<br \/>\n&#8211; Das, was ich brauche<br \/>\n&#8211; Nicht immer das, was mir gut schmeckt<br \/>\n&#8211; Aber das, was mir in meinem Leben weiterhilft.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zum Bu\u00df- und Bettag 2012 anhand des Gem\u00e4ldes &#8222;Christus als Apotheker&#8220;. 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