{"id":1097,"date":"2013-01-13T10:47:48","date_gmt":"2013-01-13T09:47:48","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1097"},"modified":"2023-01-11T11:29:55","modified_gmt":"2023-01-11T10:29:55","slug":"predigt-interview-mit-johannes-dem-taeufer-joh-1-29-34-13-januar-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1097","title":{"rendered":"Predigt: Interview mit Johannes dem T\u00e4ufer (Joh 1, 29-34) 13. Januar 2013"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background:linear-gradient(291deg,rgba(252,185,0,1) 0%,rgba(255,105,0,1) 100%)\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"381\" data-attachment-id=\"1098\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1098\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/johannesinterview.jpg?fit=450%2C381&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"450,381\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"johannesinterview\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/johannesinterview.jpg?fit=450%2C381&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/johannesinterview.jpg?resize=450%2C381&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-1098 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/johannesinterview.jpg?w=450&amp;ssl=1 450w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/johannesinterview.jpg?resize=300%2C254&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/johannesinterview.jpg?resize=354%2C300&amp;ssl=1 354w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/johannesinterview.jpg?resize=150%2C127&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/johannesinterview.jpg?resize=177%2C150&amp;ssl=1 177w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><strong>Johannes 1, 29-34<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Predigttext geht es um die Taufe Jesu durch Johannes den T\u00e4ufer. Wie w\u00e4re es, wenn wir heute mit Johannes dem T\u00e4ufer ein Interview f\u00fchren k\u00f6nnten?<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Predigttext:<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Am n\u00e4chsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt! 30 Dieser ist&#8217;s, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. 31 Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er Israel offenbart werde, darum bin ich gekommen, zu taufen mit Wasser.<\/em><wp-block data-block=\"core\/more\"><\/span><br><span style=\"color: #000000;\"> <em> 32 Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. 33 Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich sandte, zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf wen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist&#8217;s, der mit dem heiligen Geist tauft. 34 Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn<\/em>.<em> (Johannes 1, 29-34<\/em>)<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">Liebe Gemeinde,<\/span><br><span style=\"color: #000000;\"> eben, im Evangelium haben wir von der Taufe Jesu im Jordan geh\u00f6rt, wie es Matth\u00e4us \u00fcberliefert. Und unser Predigttext aus dem Johannesevangelium blickt noch einmal auf dieses Ereignis. Allerdings ganz anders! Denn die Taufe Jesu wird hier eigentlich gar nicht beschrieben. Sondern wir h\u00f6ren die Worte des T\u00e4ufers Johannes, mit denen er beschreibt, wer Jesus f\u00fcr ihn ist:<\/span><br><span style=\"color: #000000;\"> Das Lamm Gottes, der unsere S\u00fcnde tr\u00e4gt.<\/span><br><span style=\"color: #000000;\"> Der, der nach Johannes kommt, aber zugleich schon vor ihm da war.<\/span><br><span style=\"color: #000000;\"> Und als derjenige, von dem Gott ihm gezeigt hat, dass jener der Sohn Gottes ist.<\/span><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">Diese Zeilen beschreiben nicht die eigentliche Taufe, sondern es kommt mir vor, als w\u00e4ren diese Zeilen Teil eines Gespr\u00e4chs, einer Rede, die Johannes sp\u00e4ter im R\u00fcckblick auf diese Taufe gef\u00fchrt hat. Ich stelle mir vor, ich h\u00e4tte die Gelegenheit gehabt, diesem Johannes zu begegnen und ihn so manche Frage zu stellen, zu diesem Moment der Taufe, der da in unserem Predigttext beschrieben ist.<\/span><br><span style=\"color: #000000;\"> Nat\u00fcrlich ist das nicht m\u00f6glich &#8211; aber dennoch wissen wir aus unserer Bibel so einiges \u00fcber ihn, so dass ich mir vorstellen kann, was Johannes da so alles zu sagen h\u00e4tte &#8230;<\/span><br><span style=\"color: #000000;\"> Vielleicht w\u00fcrde ich mit ihm irgendwo auf der Hochebene westlich des Jordans entlanglaufen. Da, wo der Boden trocken und staubig ist, und man einen weiten Blick \u00fcber das Land hat, und wo man auch hinabsehen kann, in das Jordantal &#8211; in dem Jesus getauft wurde. Dabei w\u00fcrde mit Johannes dem T\u00e4ufer ins Gespr\u00e4ch&nbsp; kommen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><i>Du willst wissen, wie ich so sicher sein konnte, dass derjenige, der da vor mir&nbsp; stand, wirklich der Gottessohn war, auf den alle gewartet haben? Diese Frage habe ich mir auch immer wieder gestellt. Denn ich habe ja viele Jahre gewartet und von ihm gepredigt. Angek\u00fcndigt, dass bald der Erl\u00f6ser kommen wird, den Gott schickt. Ich kenne ja alle Worte der Heiligen Schrift \u00fcber den Messias. So wusste ich, dass dieser Gro\u00dfe seine gewaltige Macht nicht offen vor sich hertragen w\u00fcrde.<\/i><i> <\/i><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><i>Und doch habe ich mir erhofft, oder besser gesagt gew\u00fcnscht, dass es f\u00fcr mich und alle Anderen offen sp\u00fcrbar w\u00fcrde, dass ER da sein w\u00fcrde. Engelserscheinungen, ein Licht aus der H\u00f6he, eine zitternde Erde. Aber dann war es doch ganz unspektakul\u00e4r: Dieser Geist in Form einer Taube, diese Stimme Gottes, von der man ja auch nicht so einfach sagen, kann, woher sie kam. Es h\u00e4tte auch alles zuf\u00e4llig so zusammenkommen k\u00f6nnen, eine vorbeiflatternde Taube, die Stimme eines umstehenden Mannes. <\/i><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">Johannes, bleibt stehen, und blickt \u00fcber den Horizont.<\/span><br><span style=\"color: #000000;\"> <i>Wei<\/i><i>\u00dft du, ich bin mir sicher, dass Gott uns Menschen ein inneres, ein drittes Ohr geschenkt hat, mit dem wir die kleinen Fingerzeige Gottes wahrnehmen k\u00f6nnen. Manchmal h\u00f6rst du lange keinen einzigen Ton, und dann kommt ein Moment, wo du merkst, dass Gott dir etwas zu sagen hat. Und wenn dann nicht gerade dein Kopf und deine Ohren voll sind mit anderen Kl\u00e4ngen und Gedanken, dann kannst du Gott h\u00f6ren und sp\u00fcren. Darum bin ich auch so oft hier in der Einsamkeit der W\u00fcste, denn diese Stille sch\u00e4rft die Sinne, auch die deines inneren Ohrs.<\/i><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">Johannes schaut mich an: <i>Und du? Wie ist das bei dir? H\u00f6rst du auf diese Stimme? Wann hast du sie zum letzten Mal geh\u00f6rt? <\/i>Johannes merkt, wie ich tief Luft hole, und nach Worten suche, die gerade nicht so schnell sprudeln, wie sonst. Denn mir fallen nur wenige wirklich bedeutsame Momente ein, die sehr pers\u00f6nlich sind, und noch dazu wenig spektakul\u00e4r, Kleinigkeiten eben.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">So als h\u00e4tte er meine Gedanken erahnt, spricht er weiter. <i>Suche nicht nach den gro<\/i><i>\u00dfen Offenbarungen. Schau, wie es bei mir am Jordan war! Eine Taube, eine fast zu \u00fcberh\u00f6rende Stimme und ein Moment der tiefen inneren Gewissheit, das derjenige, der vor mir steht, der Messias ist. Es waren kleine Fingerzeige Gottes, die auf etwas Gro\u00dfes verwiesen haben. Auf das Gro\u00dfe &#8211; auf das unglaublichste Geschenk, dass Gott uns Menschen machen konnte: Selbst Mensch zu werden, unsere S\u00fcnde zu tragen, und den Tod zu besiegen. Untersch\u00e4tze also nicht diese kleinen leisen Fingerzeige Gottes , die sind es, die oft einmal etwas Gro\u00dfes ver\u00e4ndern.<\/i><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ich habe noch eine Frage auf meinem Zettel. Ich habe lange \u00fcberlegt, wie ich sie formuliere, ohne Johannes zu ver\u00e4rgern. Denn ich wei\u00df davon, dass er auch sehr deutlich und unfreundlich werden kann, wenn er der \u00dcberzeugung ist, dass Menschen sich falsch verhalten. Aber die Frage muss einfach sein:<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">Johannes, du bist ein gro\u00dfer Prediger und Prophet, du hast Tausende von Menschen getauft, dir folgt eine beachtliche Schar von J\u00fcngern, die f\u00fcr dich durchs Feuer gehen w\u00fcrden. In der Politik w\u00fcrde man sagen: Du hast eine gl\u00e4nzende Karriere vor dir. Aber jetzt ist mit dem Messias alles anders, oder? Du wirst ja nun eigentlich nicht mehr gebraucht.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">Verst\u00e4ndnislos blickt er mich an?<i> Wer behauptet, dass ich nicht mehr gebraucht werde? <\/i>Ich versuche zu erkl\u00e4ren: Naja, viele Bibelausleger meines Jahrhunderts meinen, dass mit dem Kommen Jesu deine Zeit als Vorl\u00e4ufer des Heilands zu Ende ist.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><i>So ein Unsinn.<\/i> Johannes sch\u00fcttelt den Kopf, aber sein Gesichtsausdruck spiegelt nicht \u00c4rger wieder, vielmehr l\u00e4chelt er. <i>Nat<\/i><i>\u00fcrlich brauche ihn nun nicht mehr ank\u00fcndigen, wie ich es \u00fcber Jahre hinweg getan habe. Aber jetzt werde ich auch gebraucht. Als Zeuge! Als einer, der seine Freude und Anh\u00e4nger immer wieder auf diesen Jesus hinweist. Diese Aufgabe wird mir bleiben, so lange ich lebe. Und diese Aufgabe hat Gott auch dir gegeben, jedem Christen hat er sie gegeben: Seine Mitmenschen auf Jesus hinzuweisen, der das Leben neu machen kann und der diese Welt einmal v\u00f6llig ver\u00e4ndern wird. Wenn wir diese Aufgabe nicht ernst nehmen, werden viele Menschen nichts von Jesus erfahren, und da w\u00e4re es um jeden schade, der diese Gelegenheit verpasst.<\/i><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wir gehen einige Minuten wortlos nebeneinander her. Irgendetwas scheint ihn zu besch\u00e4ftigen. Dann beginnt Johannes wieder zu reden. <i>Du hast gesagt \u201edass ich nicht mehr gebraucht werde\u201d. Es ist nat<\/i><i>\u00fcrlich komisch, wenn du Jahrzehnte lang mit aller Kraft f\u00fcr etwas gearbeitet hast. Tag und Nacht, ohne R\u00fccksicht auf deine eigenen Kr\u00e4fte und deine Gesundheit. Wenn daraus auch noch etwas geworden ist. Ja, Gott hat mir die Kraft gegeben, als Prophet viel zu bewirken, in Scharen haben sie sich von mir taufen lassen. Als Zeichen ihrer Umkehr zu Gott. Im ganzen Land haben sie davon gesprochen.<br>Aber bald wird sich kaum einer an diesen Johannes erinnern. Das ist ein seltsames Gef\u00fchl: Zu sp\u00fcren, dass alles seine Zeit hat, und auch sein Ende. Auch mein Wirken.<br>Ich habe das immer gewusst, sogar davon erz \u00e4hlt: \u201eEr, Jesus,&nbsp; muss immer wichtiger werden, ich aber muss an Bedeutung verlieren\u201d (Joh 3,30). Aber es ist ein Unterschied: Zu wissen, dass es so sein wird, und es selbst zu erfahren, dass sich die eigene Situation so schnell ver\u00e4ndert.<\/i><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><i>Darum, junger Freund vergiss nie: Was wir Menschen f\u00fcr Gott tun k\u00f6nnen, haben wir nicht uns selber zu verdanken, und wir tun es nicht, um uns selbst zu loben. Aber wenn du auf dein Werk blickst und dabei von einer gro\u00dfen Zufriedenheit erf\u00fcllt wirst, dass sieh das als ein kleines Geschenk Gottes f\u00fcr dich an.<\/i><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\">Mit diesen Worten nickt Johannes mir freundlich zu, verabschiedet sich mit knappen Worten, und geht mit z\u00fcgigen Schritten in Richtung Osten, zum Jordan hin davon &#8211; so als w\u00e4re ihm gerade etwas Wichtiges eingefallen, was heute unbedingt noch zu erledigen w\u00e4re. Ich schaue ihm hinterher und merke: Wer von Jesus anger\u00fchrt ist und von ihm erz\u00e4hlen will, der ist nie im Ruhestand.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Predigttext geht es um die Taufe Jesu durch Johannes den T\u00e4ufer. 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