{"id":1023,"date":"2003-05-11T15:03:41","date_gmt":"2003-05-11T13:03:41","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1023"},"modified":"2014-05-11T19:49:25","modified_gmt":"2014-05-11T17:49:25","slug":"die-sakristeiagende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1023","title":{"rendered":"Die Sakristeiagende"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>In unserer geliebten Kirche haben wir f\u00fcr nahezu alle kirchliche Handlungen eine &#8222;Ordnung&#8220; &#8211; Eine AGENDE. F\u00fcr Taufe, Trauung und Bestattung, Kindergottesdienst, Wortgottesdienst, u.s.w. Aber was macht der Pfarrer vor dem Gottesdienst in der Sakristei? Die nachfolgende Sakristeiagende (als Entwurf noch ohne Rechtskraft) macht mit aller Ungewissheit Schluss!<\/p><\/blockquote>\n<h2>Vorwort<\/h2>\n<p>1) Die Agende wurde geschaffen mit dem Ziel, die Handlungsfreiheit des Pfarrers nicht noch mehr zu belasten. Sie versucht daher, dem Geistlichen ein Mindestma\u00df an Selbstentscheidung zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>2) Als Voraussetzung f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Agende ist in der Sakristei der n\u00f6tige Spielraum zu schaffen.<!--more--><\/p>\n<p>In den meisten F\u00e4llen wird dies m\u00f6glich sein, wenn die anderen kirchlichen Abstellfl\u00e4chen hinter Altar und Orgel noch mehr ausgenutzt werden.<\/p>\n<p>3) Um die w\u00fcrdige Durchf\u00fchrung der Handlung zu gew\u00e4hrleisten, ist es n\u00f6tig, den Kirchendiener in geeigneter Weise an die dienende und dem\u00fctige Rolle seines Amtes zu erinnern.<\/p>\n<p>Wo die Agende eine dem\u00fctige Haltung auch des Pfarrers vorsieht, ist darauf zu achten, da\u00df dennoch Unterschiede nicht verwischt werden.<\/p>\n<p>4) Wo genug Zeit bleibt, sollte der Pfarrer nicht vers\u00e4umen, sich auch innerlich vorzubereiten. Es erscheint deshalb angezeigt, da\u00df er dann und wann die Sakristei vorzeitig aufsucht.<\/p>\n<h2>Der Ablauf<\/h2>\n<h3>Eingang<\/h3>\n<p>Die Handlung beginnt mit dem Einzug des Pfarrers in die Sakristei.<\/p>\n<p>Das Durchschreiten der T\u00fcr geschehe l\u00e4chelnd. Zu ihrer Beschlie\u00dfung kann, je nach gliedkirchlicher Regelung, Hand, Ellbogen oder Fu\u00df Verwendung finden. Auf den altkirchlichen Brauch der Benutzung des T\u00fcrdr\u00fcckers wird hingewiesen.<\/p>\n<p>Ist der Raum betreten, entledige sich der Pfarrer seines L\u00e4chelns und der B\u00fccher. Beides geschehe in w\u00fcrdiger Form.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Gewandung<\/h3>\n<p>Es folgt das feierliche Entrollen des mitgebrachten Talars. H\u00e4ngt derselbe schon im Schrank bereit, entf\u00e4llt seine Entwicklung. An deren Stelle tritt sinngem\u00e4\u00df die Schrank\u00f6ffnung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Kirchendiener den Talar zur Handlung des \u00dcberwurfs vorbereitet, entledigt sich der Geistliche seines Vulg\u00e4rkragens und ersetzt ihn durch die liturgische Kragenh\u00fclse.<\/p>\n<p>Zur Verwendung freigegeben sind: der Jesuiten-, der Rund-, Eck- und Krauskragen. Das Tragen eines Plastik- oder Kunststoffkragens wird grunds\u00e4tzlich nicht gestattet, da solches dem organischen Aufbau des Pfarrers zuwiderl\u00e4uft und der vorgesehenen Versteifung nicht dienlich ist.<\/p>\n<p>Nach der Befestigung des Kragengebindes erfolgt der \u00dcberwurf des Talars. Er geschieht von hinten und in w\u00fcrdiger Form seitens des Kirchendieners. Derselbe besorgt auch die Bekn\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Nur un\u00fcblichenfalls vollzieht sie der Geistliche selbst (Selbstbekn\u00f6pfung), jedoch in stehender Haltung. Als Talarunterkleid kommt in der Regel der Lutherrock in Frage. Anzahl und Art der weiteren Kleidungsst\u00fccke bleiben der Ordnung der jeweiligen Gliedkirchen \u00fcberlassen, doch seien sie gediegen und farblich angepa\u00dft.<\/p>\n<h3>Bebaffung<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend des L\u00e4utens der Glocken begibt sich der Geistliche feierlichen Schrittes zum Kirchenspiegel.<\/p>\n<p>Es folgt die Handlung der Bebaffung. Die dabei einzunehmende Haltung richtet sich nach der Anbringungsh\u00f6he des Spiegels, kann also schwebend, stehend, geb\u00fcckt oder liegend sein. Die Gr\u00f6\u00dfe des Sakristeispiegels ist so zu bemessen, da\u00df das B\u00e4ffchen in vollem Umfang leicht erkannt werden kann.<\/p>\n<p>An die dem\u00fctige Grundhaltung des Pfarrers wird erinnert und daher eine Spiegelh\u00f6he von 120 cm empfohlen. (Die Gelegenheit, hier durch ein gemeinsames Vorgehen die Einheit der Kirchen zu dokumentieren, m\u00f6ge bedacht werden.)<\/p>\n<p>Zur Bebaffung sind Baffgesteck oder Baffgebinde vorgesehen. Steh- oder Flugb\u00e4ffchen sind untersagt. Nicht gestattet sind ebenso abartige Beschriftungen, wie &#8222;Nur Mut&#8220;, &#8222;Hier stehe ich!&#8220; und jegliche farbliche Behandlung der B\u00e4ffchen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Umlegung und Verankerung des Baffes ist die Melodie eines Chorals zu summen. Bew\u00e4hrt hat sich das Mitsummen des Eingangsliedes.- Das Summen durch Pfeifen zu ersetzen, wird grunds\u00e4tzlich nicht geduldet. (Siehe auch die Bekanntmachung \u00fcber Elektronenorgeln: Amtsblatt vom 4.11.64. Das dort Gesagte gilt sinngem\u00e4\u00df.)<\/p>\n<h3>Eintritt in die Kirche<\/h3>\n<p>Nach Vollzug der Bespiegelung begibt sich der Pfarrer sofort in Lauerstellung. Dabei achte er auf die von der Gemeinde abgesungenen Verse.<\/p>\n<p>Es schlie\u00dft sich die Kirchenbegehung an. Beim Startzeichen des Organisten oder Kirchendieners nehme der Geistliche die nach Farbe und Gr\u00f6\u00dfe geordneten B\u00fccher und beginne zu wandeln.<\/p>\n<p>Der Wandel sei vorbildlich. Die B\u00fccher halte er in Luthergriff in Nabelh\u00f6he vor der Brust. Der Blick sei ebenfalls lutherisch, ernst und feierlich, jedoch ohne Gepr\u00e4nge.<\/p>\n<p>Der weitere Verlauf des Gottesdienstes folgt den daf\u00fcr vorgesehenen Agendenst\u00fccken. Wo es nach gliedkirchlicher Ordnung vorgesehen ist, kann die Verkleidung des Pfarrers auch nach anderer Ordnung erfolgen.<\/p>\n<p>Urheberrechts-Hinweis:\u00a0 <b><i>Der Verfasser, die Verfasserin ist mir micht bekannt<\/i><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer geliebten Kirche haben wir f\u00fcr nahezu alle kirchliche Handlungen eine &#8222;Ordnung&#8220; &#8211; Eine AGENDE. F\u00fcr Taufe, Trauung und Bestattung, Kindergottesdienst, Wortgottesdienst, u.s.w. Aber was macht der Pfarrer vor dem Gottesdienst in der Sakristei? Die nachfolgende Sakristeiagende (als Entwurf noch ohne Rechtskraft) macht mit aller Ungewissheit Schluss! 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