{"id":10,"date":"2014-04-06T12:57:59","date_gmt":"2014-04-06T10:57:59","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=10"},"modified":"2022-05-13T22:38:41","modified_gmt":"2022-05-13T20:38:41","slug":"predigt-hat-dein-gott-auch-schon-touchscreen-apg-1727-6-april-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=10","title":{"rendered":"Predigt zur Konfirmation: Hat dein Gott auch schon Touchscreen? (Apg 17,27 ) 6. April 2014"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background-color:#efa875\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"333\" data-attachment-id=\"11\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=11\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/konfi2014.jpg?fit=500%2C333&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"500,333\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"konfi2014\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/konfi2014.jpg?fit=300%2C200&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/konfi2014.jpg?fit=500%2C333&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/konfi2014.jpg?resize=500%2C333&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-11 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/konfi2014.jpg?w=500&amp;ssl=1 500w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/konfi2014.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/konfi2014.jpg?resize=400%2C266&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/konfi2014.jpg?resize=150%2C100&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/konfi2014.jpg?resize=225%2C150&amp;ssl=1 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p style=\"font-size:16px\">Ein Blick auf die Areopagrede des Paulus (Apg 17, 16-28) und auf unseren Umgang mit den allgenw\u00e4rtigen Smartphones. Denn von denen l\u00e4sst sich einiges f\u00fcr den Glauben lernen &#8211; gerade auch f\u00fcr unsere Konfirmanden<em>.<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,<\/p>\n<p>da gehen Paulus uns Timotheus durch die Stra\u00dfen von Athen und an jeder Ecke entdecken sie einen anderen Gott. Zeus, Hera, Poseidon, Morpheus, beindruckend aus Stein gemei\u00dfelt, immer mit einem Schildchen dazu, damit man wei\u00df, welcher Gott das gerade ist &#8211; bei so vielen G\u00f6ttern kann man da schon durcheinanderkommen.<br \/>Es ist anscheinend sch\u00f6n, wenn man viele G\u00f6tter zur Auswahl hat. Je nach den eigenen Bed\u00fcrfnissen verehrt man eher den einen oder den anderen.<br \/>Luther hat einmal gesagt: Dein Gott ist das, worum sich dein Leben dreht, was dir wichtig ist, worum deine Gedanken kreisen.<!--more--><\/p>\n<p>Wenn ich das so sehe, dann haben wir heute auch ganz sch\u00f6n viele G\u00f6tter. Wir haben daf\u00fcr sogar extra Gesch\u00e4fte! Da stehen sie dann in Regalen, oft auf so einem kleinen Plastiksockel mit kleinen Schildern, damit man sie nicht durcheinanderkommt, weils ja so viele unterschiedliche gibt: Samsung Galaxy S5, iPhone5, Galaxy Note, oder das S4mini, weiter dr\u00fcben das Experia, neben dem Huawei Ascend P6.<\/p>\n<p>Das sind G\u00f6tter, wie man sich w\u00fcnscht: Immer an deiner Seite, immer ansprechbar.\u00a0 250 Stunden Standby-Zeit. Fr\u00fch am Morgen wird ihnen gehuldigt: Sie werden mit einer Streichelbewegung geweckt, und auch das Abendgebet in Form des Ladekabels wird nicht vergessen. Diese G\u00f6tter genie\u00dfen h\u00f6chsten Respekt: Wo man selbst auf Lehrer nicht mehr h\u00f6rt und die Eltern sowieso nur nerven: Wenn das Smartphone eine himmlische Botschaft bringt: Ding dong: Dann wir sofort nachgesehen, was es denn Neues auf Facebook oder per WhatsApp verk\u00fcndet hat. Wenn ich keinem Menschen Rechenschaft ablegen will, wo ich wann was mache oder denke: Meinem Handy vertraue ich es an: Es kennt meine Funkzelle, meine Koordinaten, und so tippe ich meine Sorgen als Statusmeldung in die himmlische Cloud. Mein Smartphone ist mein bester Freund, kaum einen Moment lasse ich es aus dem Augen, es beantwortet alle Fragen, ihm widme ich jede freie Minute, die ich habe &#8211; vorausgesetzt das Akku ist nicht leer.<\/p>\n<p>Liebe Konfis,<br \/>man k\u00f6nnte manchmal schon glauben, dass das Smartphone im Leben mancher Menschen ein kleiner Gott geworden ist. Aber keine Angst: Ich werde heute nicht rummotzen.<br \/>Erstens habe ich ja auch so ein Ding und nutze es t\u00e4glich.<br \/>Und Zweitens ist es viel interessanter, darauf zu schauen, was wir von unserer Handy-Verehrung f\u00fcr unser Leben als Christen lernen k\u00f6nnen . Schlie\u00dflich geht es heute darum, dass ihr \u201eJa\u201d zum Leben als Christen in unserer Brunner Gemeinde sagt.<\/p>\n<p><b><i>Touchscreen<\/i><\/b><\/p>\n<p>Mein erster Punkt: So (zeige ein altes Nokia aus 1999) sahen Handys aus, als ihr geboren wurdet. Ein kleines Display f\u00fcr 3 Zeilen Text in hell- und dunkelgrau, knubbelige Gummitasten. Da gibts nicht viel zu sehen. Heute hast du einen Bildschirm in leuchtenden Farben, wenn du etwas willst, tippst du mit dem Finger drauf &#8211; alles wunderbar \u00fcbersichtlich und einfach. Touchscreen ist toll.<br \/>Wenns um Gott geht, fehlt uns auch manchmal der Bildschirm. Wir tun uns schwer mit einem unsichtbaren Gott. Wenn man jemanden nicht sieht und h\u00f6rt, dann ist es nicht leicht, an ihn zu glauben.<br \/>Aber Moment: So ganz stimmt das ja nicht. Denn da gibt es ja Jesus. Der hat gelebt, den konnte man sehen, mit dem konnte man reden, den konnte man sogar anfassen. Jesus war &#8211; besser gesagt: es ist der Touchscreen Gottes f\u00fcr uns Menschen. Wenn du wissen willst, wie Gott ist und was er will: Schau auf Jesus!<br \/>Du kannst sehen, wie er N\u00e4chstenliebe gelebt hat, auch gegen\u00fcber den Menschen, die keiner leiden konnte. Er hat keinen gemobbt, sondern denjenigen, die am Boden lagen, hat er wieder aufgeholfen.<br \/>Du kannst sehen, wie er bereit war, anderen Menschen zu vergeben, wenn sie etwas falsch gemacht haben.<br \/>Und du kannst aber auch sehen, dass er jemand war, der wusste, was er will und was ihm wichtig war. Er hat dem Z\u00f6llner, der viele Menschen betrogen hat vergeben, aber er haut ihm auch gezeigt: So, wie biser kann s nicht weitergehen. Du musst das, was in deinem Leben falsch l\u00e4uft, auch \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Jesus ist jetzt nicht mehr sichtbar da. Aber wir haben das, was in der Bibel von ihm erz\u00e4hlt wird.\u00a0 Das kann man sich auch im Jahr 2014 noch anschauen und nachlesen. Wenn wir heute hier Abendmahl feiern, hat das auch etwas mit ansehen und anfassen zu tun. Jesus hat bei seinem letzten Mahl mit seinen J\u00fcngern gesagt: Das ist mein Leib, das ist mein Blut. In dem Brot und dem Wein ist Jesus gegenw\u00e4rtig &#8211; wir kommen dadurch mit ihm in Ber\u00fchrung.<br \/>Touchscreen &#8211; Im Abendmahl ber\u00fchrst du Jesus &#8211; und hoffentlich ber\u00fchrt er\u00a0 auch dich.<\/p>\n<p><b><i>Nicht einfach herumliegen lassen!<\/i><\/b><\/p>\n<p>Mein zweiter Punkt:<br \/>Ich glaube: Jeder, der sich ein Smartphone kauft oder damit beschenkt wird, legt sich \u00fcber kurz oder lang eine Handytasche, ein Schutzcover, oder eine Bildschirmschutzfolie zu. Denn diese Telefone sind nicht nur teuer, sie sind auch sehr empfindlich: Runterfallen lassen, sich draufsetzen, es in der Badewanne versenken: Das killt das Telefon. Wer sein Telefon sch\u00e4tzt, der wird es entsprechend behutsam behandeln.<\/p>\n<p>Unser Glaube ist auch so ein empfindlicher Schatz, mit dem man entsprechend umgehen sollte.<br \/>Ich merke es da, wo sich Menschen \u00fcber Gott und den Glauben lustig machen: Das tut mir weh. Unser Glaube hat viele humorvolle Seiten, und ich selber habe auch Spa\u00df dran, \u00fcber mich selber und \u00fcber meine Kirche zu lachen. Aber \u00fcber das zu spotten oder das ver\u00e4chtlich machen, was f\u00fcr andere sehr sehr wichtig ist &#8211; das ist schwierig. Und da merke ich: Was wertvoll ist, will eben auch vorsichtig behandelt werden.<\/p>\n<p>Noch bl\u00f6der ist es, wenn man sein Smartphone irgendwo liegen l\u00e4sst, und nachher nicht mehr wei\u00df, wo. Da kann man ja wahnsinnig werden , rennt in der Wohnung rum, zieht jede Schublade raus und gr\u00e4bt das Kinderzimmer um. \u201eWo steckt das Ding blo\u00df, heute Mittag hatte ich es doch noch in der Hand&#8230;\u201d<\/p>\n<p>Ihr glaubt, das kann mit Gott nicht passieren? Doch!<br \/>Es soll ja vorkommen, dass manche Leute nach ihrer Konfirmation erst mal f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit nicht mehr in der Kirchengemeinde aufkreuzen. Kann sein, dass in dieser Zeit auch Gott nicht mehr das eher das zentrale Thema ist, dass er irgendwo in deinem Leben dann in einer Ecke liegt. Wie so ein geparktes Handy.<\/p>\n<p>Wenn du ihn dann wieder brauchst, f\u00e4ngt die Sucherei an. Ja, wo isser denn?<br \/>In der Schublade mit den Konfi-Zeug von damals? Aber da ist er nicht. H\u00e4ttest wetten k\u00f6nnen, dass er bei letzten Mal dort noch war.<br \/>Hm &#8230; ach da gibts noch die Schachtel: \u201eLieber Gott\u201d steht da drauf, die hattest du damals im Kindergottesdienst gebastelt. Aber die ist auch leer.<br \/>Ja, wo ist denn Gott blo\u00df hin? Wo hat er sich blo\u00df versteckt? Das kann ja nicht wahr sein.<\/p>\n<p>Ich will euch sagen, was da passiert:<br \/>Wisst ihr: Wenn wir Gott kennenlernen, in der Familie, in Konfers, in der Schule, da sortieren wir das in unserem Kopf ein: \u201eSo und so ist das mit Gott &#8211; und alles passt\u201d. &#8211; In der Kindheit ist noch alles ganz einfach. Da ist Gott noch ganz oft der \u201eliebe Gott\u201d &#8211; und passt auch in die gleichnamige Schublade.<\/p>\n<p>Aber je \u00e4lter ihre werdet, umso mehr entdeckt ihr ja auch, dass alles nicht so einfach ist. Auch wenn es um Gott geht. Da bitte ich Gott um etwas, aber er erh\u00f6rt mich nicht. Da passiert etwas Schlimmes, und ich verstehe nicht, warum Gott das nicht verhindert hat. Und dann suche ich nach dem \u201elieben Gott\u201d, und finde ihn nicht. Irgendwo muss er doch sein. Statt dem lieben Gott, ist da einer, den ich nicht so ganz verstehe. Da ist eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr uns Menschen.<\/p>\n<p>Liebe Konfis, ich m\u00f6chte das mal im Bild des Smartphones beschreiben:<br \/>Je \u00e4lter ich werde, umso mehr entdeckte ich, dass sich bei Gott etwas ver\u00e4ndert. Nicht weil er anders geworden ist, sondern weil das, was ich von ihm sehe, der Touchscreen, oder sagen wir besser: Die Homescreen &#8211; die erste Seite, die man beim Einschalten sieht &#8211; sich ver\u00e4ndert hat.<br \/>Das sind viel mehr Elemente dazugekommen. Da sehe ich neue Apps, mit denen ich als Kind uns Jugendlicher nichts anfangen k\u00f6nnte, die aber jetzt f\u00fcr mich als Erwachsenen total wichtig f\u00fcr mich sind. Und ich entdecke ein paar d\u00fcstere Apps, die ich lieber nicht antippen m\u00f6chte &#8211; manche starten im Laufe das Lebens von ganz alleine &#8211; ich wei\u00df ich nicht warum manches Schlimme passiert. Ich wei\u00df, dass ich sie nicht deinstallieren kann, aber ich wei\u00df auch, dass sie irgendwann wieder zu Ende sind. Und dann bin ich wieder froh \u00fcber alles das, was ich mit Gott erleben kann.<\/p>\n<p>Mein Tipp: Legt diesen Gott nicht soweit weg. Sonst tut ihr euch gescheit schwer, ihn wiederzufinden und euch wieder reinzufinden, wenn ihr in wieder braucht. Wenn du deinen Alltag mit Gott bew\u00e4ltigst, dann kriegst du ganz automatisch mit, wenn da ein Update kommt: Deine Beziehung zu Gott wir wachsen und reifen &#8211; sowas schwei\u00dft zusammen. Dann kommst du auch besser damit zurecht, wenn mal eine dieser \u201ewarum l\u00e4sst Gott das zu-Apps\u201d startet.<\/p>\n<p><b><i>Messenger nutzen!<\/i><\/b><\/p>\n<p>Mein letzter Gedanke: Viele nutzen ja SMS, WhatsApp, Line oder den Facebook-Messenger. Alle Nase lang kommt da eine neue Nachricht an. Es geht hin und her. Das Handy macht die Informationswege kurz. Es gibt nichts, was man den anderen nicht mitteilen k\u00f6nnte. Den Eltern geht das furchtbar auf die Nerven, aber euch scheints wichtg zu sein, die anderen \u00fcber alles m\u00f6glich auf dem Laufenden zu halten.<br \/>Was spricht dagegen, es mit Gott nicht genauso zu machen? Er will unser Leben teilen. Ihm kann ich sagen, was mich bewegt. Bei ihn kann ich Sorgen loswerden oder ihm sagen, was mich gl\u00fccklich macht. &#8211; Und da brauch ich nicht mal das Telefon daf\u00fcr. Beten geht immer noch ohne Telefon, ohne Simkarte und ohne auswendig gelernte Verse. Einfach so. Fr\u00fch ihm sagen, wie froh, du bist, dass die Sonne scheint und wieviel Schiss du vor der Matheprobe hast. Abend danke sagen, dass es in Mathe eigentlich ganz gut gelaufen ist, und ihm anvertrauen, was dir sonst vielleicht Kummer macht.<\/p>\n<p>Den Leuten in Athen hat Paulus gesagt: Gott will dass die Menschen ihn suchen. Sie sollen ihn sp\u00fcren und finden k\u00f6nnen. Und wirklich, er ist jedem von uns ja so nahe! Nutzt die Chance, die unser Glaube uns bietet. Ihr habt einen Gott, der euch nahe ist, mehr noch, als ein Smartphone\u00a0 &#8211; ohne Ladekabel aber mit Touchscreen!<\/p>\n<p>Amen<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Blick auf die Areopagrede des Paulus (Apg 17, 16-28) und auf unseren Umgang mit den allgenw\u00e4rtigen Smartphones. 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