|
Himmelfahrt 2007 - 17. Mai 2007
Dialog: Szene am Tatort Entworfen von Richard Tröge, Klaus Lindner und Alexander Seidel
Beteiligte:
- Kommissar kritisch, will wissen, was der Prüfung Stand hält
- Polizist will flotte Erfolge und einfache Lösungen
- Spurensicherung Anwalt des genauen Hinschauens, möchte Gewissheit

S und P sind schon vor Ort, S eifrig am suchen, P am absperren
- P: Bittet Leute um Vorsicht, Absperrung beachten, nirgends hineintreten, „Achtung, sie befinden sich an einem
Tatort ... keine Spuren verwischen”
- K: Kommt herbei, informiert sich bei Polizist Pfeiffer Was hat sich ergeben, haben sie schon erste Erkenntnisse?
- P: Ich habe schon einen ersten Verdacht .... also ich meine , dass da hinten was sein könnte ...
- K: Ich will nicht ihre Meinung ... ich will handfeste Indizien .. fragt Schmidt von kriminaltechnischen Dienst - Und was sagt die Spurensicherung, Herr Schmidt?
- S: gibt sich zögerlich: für eine erste Einschätzung ist es noch zu früh. Offensichtlich ist er mit großer Sorgfalt
zu Werke gegangen ... und seine Spuren sind nicht so ohne weiteres eindeutig zuzuordnen
- P: ungeduldig: Mensch, Schmidt, die müssen doch irgendwas finden! Das kann doch nicht so schwierig sein. ... will in die Absperrung hineinlaufen
- S: Halt! Wir müssen ganz behutsam sein. Wenn wir hier überall herumtrampeln und nach unserem Gutdünken herumfuhrwerken, werden wir bald nur noch unsere eigenen Spuren entdecken ... und werden
uns schwer tun, herauszufinden, welche Spuren er hinterlassen hat.
- K: Nunja, der Verdächtige ist für uns ja kein Unbekannter. Wir haben ja ausführliche Unterlagen über seine bisherige Vorgehensweise.
- P: Ich habe es mir schon mal herausgesucht: (Holt eine Bibel hervor)
- Einmal hat er zum Beispiel ein ganzes Volk aus einem Land heraus verschleppt: Da gab es damals endlos viele Spuren, nicht nur im Sand. Außerdem viele, Zeugenaussagen, Seitenweise!
- Oder er war im Norden Israels einmal, da soll es um eine Heilung eines gelähmten Mannes gegangen sein: Da hatten wir eine Zeugenaussage, ein zerstörtes Dach und eine verlassene Krankentrage.
- K Gut gut, aber wir suchen ja die Spuren Gottes heute. Da helfen mir die alten Berichte auch nicht viel weiter. Wir wollen ja wissen, ob er hier war!
- S Herr Kommissar, das ist viel komplizierter geworden. Schon gleich nach Jesu Tod: Wir hatten ja nicht mal eine Leiche ... die war ja auch weg .... es gibt Berichte, aber nichts handfestes ...
- K Aber wir brauchen eine heiße Spur.
- P Ich unterbreche ja ungerne: dozierend Ich habe bei meinen Urlaub in Israel mir den Hügel angesehen,
von wo Jesus in den Himmel gefahren sein soll. Dort findet man heute noch zwei menschliche Fußabdrücke im Sandstein. Die Leute dort erzählen, sich, dass ..
- S Unterbricht: Pfeiffer, das sind doch keine verwertbaren Spuren, das ist doch Folklore; wer weiß, wann
die mal jemand dort eingeritzt hat ... Wir müssen hier nachprüfen, was hier, vor Ort, faktisch an Spuren zu finden ist .... und es verflixt schwer, etwas zu finden.
- K Naja, so schlecht ist der Gedanke mit den Füßen nicht ... Vielleicht liegt die Schwierigkeit nicht darin, dass wir nichts entdecken, sondern darin, dass wir es einfach nicht sehen ...
- S+P Wie bitte?

- K Vielleicht müssen wir mit anderen Augen suchen. Wenn wir nach Gottes Spuren suchen, werden uns Fingerabdrücke und die DNA am Zigarettenstummel nichts helfen. Vielleicht entdecken wir
seine Spuren, wenn wir Zusammenhänge betrachten, Geschichten, Ereignisse, Begegnungen ....
- S Wenn das so ist, müssen wir eben mit dem suchen noch einmal anfangen
- LIED ---
Zweite Szene
P Das mit den Spuren ist ja wirklich kniffelig ... wenn wir wenigstens einen Anhaltspunkt hätten, wie diese Spuren aussehen.
K und S erzählen von ihren persönlichen Erlebnissen. (Hier folgen
zwei Monologe, in denen die Darstellen von ihren eignen Begegnungen mit den Spuren Gottes erzählen)
P Das klingt ja wirklich beeindruckend .... aber bedaure, ich kann mit sowas nicht aufwarten.
- K Wirklich? Pfeiffer, ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott ihn ihrem Leben keine Spuren hinterlassen hat.
- P Nein, mir fällt da wirklich nichts ein!
- S Naja, so ein bisschen kann ich das verstehen ... denn es ist ja nicht leicht, diese Spuren zu entdecken.
Manchmal muss man da schon ganz genau suchen. Sich Zeit lassen. Wirklich wichtige Spuren entdeckt man nicht auf dem ersten Blick. Die springen einen nicht an! Meist sind sie unter dem verborgen, was
alltäglich und ganz normal scheint. Dann schaut man genau nach, dreht und wendet es ... um kommt schließlich darauf: Diese Kleinigkeit, diese Begegnung ist für mich eine Spur, die Gott in meinem Leben
hinterlassen hat.
- P Also ganz genau hinschauen, ja? Und wenn man so etwas entdeckt hat, dann kann man die Tatortabsperrung wieder entfernen, oder?

- K Das würde ich nicht machen. Es ist gut, diese unscheinbaren und wertvollen Spuren zu schützen. Damit die Fingerabdrücke Gottes nicht verwischt werden sondern im Gedächtnis aufbewahrt bleiben.
Denn manchmal sind das ganz persönliche Erlebnisse, die man nicht so einfach mit jedem teilen kann ... denn auch der, dem ich davon erzähle, muss es geübt haben, die Spuren zu lesen.
- S Überhaupt ist es gut, wenn man nicht alleine sucht. In der Gemeinschaft mit anderen, die auch überzeugt sind, Spuren Gottes entdecken zu können
, geht das viel leichter. Wir hier sind ja auch zu dritt, und hoffen, gemeinsam Dinge zu finden, die einem alleine gar nicht aufgefallen wären. Ich hätte schon
vieles übersehen, wenn mich nicht andere darauf aufmerksam gemacht hätten.
- P Ich merke, mit euch beiden lernt man etwas. Viellicht sollte ich mich auch einmal für die himmlische Spurensicherung bewerben. Da muss doch auch nach Himmelfahrt irgendwo eine heiße
Spur zu finden sein.
- S+K Hat schon Jesus gesagt: Sucht, so werdet ihr finden.
|
|