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Ein himmlisches Navigationssystem?
Der Monatsspruch im September 2000
So spricht der HERR: Fragt nach den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele! Jeremia 6,16
Ich habe mir zum Monatsspruch dieses Bild ausgesucht:
Ich sehe einen Kompass, ein Fernglas, eine Bibel. Das ganze Ensemble wirkt gediegen, antiquiert. Vielleicht liegt es auch an der bräunlichen Farbe, die man von alten Fotos her kennt.
Die Überschrift verrät uns, was die drei Dinge gemeinsam haben „viele Wege führen auf den rechten Pfad“
- Der Kompass zeigt die Richtung an, ist trotz aller Neuerungen bei der Navigation ein fast unerlässliches Hilfsmittel, er lässt sich nicht von dem
beeindrucken, was um ihn herum passiert - er zeigt immer an, wo Norden ist. Ein Kompass ist undemokratisch: Egal, was die Mehrheit sagt, er fühlt
sich nur dem einen Ziel verpflichtet: sich zum Norden hin auszurichten.
- Daneben das Fernglas: Auch das Fernglas kann helfen, den richtigen Weg zu gehen. Wenn man Weitblick hat, nicht nur den unmittelbaren Schritt im Blickfeld hat; auch langfristig plant und
vorausblickt - dann erwischt man wahrscheinlich eher den richtigen Weg; fällt die richtigen Entscheidungen
- Die Bibel: „der rechte Pfad“. Ist sie auch ein Kompass fürs Leben? Nunja: Bibel ist mehr als ein Gesetzbuch für den richtigen Lebensweg. Als Wegweiser für ein gelungenes Leben verstehe ich die Bibel schon.
Alle drei Gegenstände sind:
- Symbole für den rechten Weg,
- Hilfen, die richtige Richtung einzuschlagen,
- Maßstabsgeber für richtig und falsch.
Das Bild gehört zu einer Werbung. Darum nun ein Blick auf den Rest der Anzeige - Eine Autowerbung!
Sie schreibt: "Viele Wege führen auf dem rechten
Pfad; nehmen sie eine Abkürzung: Die Ford Premiumklasse mit Navigationssystem." Darum geht es also: Diese Autos haben ein Satelliten-Navigationssystem an Bord, wer damit unterwegs ist
, bekommt von seinem Auto gesagt, wo es lang geht. - Vorausgesetzt, man weiß, wohin man will.
Zum Autofahren ist das sicher wunderbar: Schluss mit dem nervenaufreibenden Herumsuchen in Landkarten; dem Grübeln, wenn man unsicher ist wo man sich denn jetzt wirklich befindet; dem Gezeter,
wenn man dann doch falsch abgebogen ist. Komfortabel und zuverlässig bekommt man vom Bordcomputer die Entscheidungen abgenommen: Nach 200 Metern rechts, im Kreisverkehr dann die erste Abfahrt. Schön und einfach.
Beim Autofahren ist so ein elektronischer Gehilfe sehr nützlich. Aber das Leben besteht eben aus mehr als nur Autofahren. Da hä
tte ich es manchmal auch gerne so, wie es der Werbetext unter den Autos verspricht: "Wer den rechten Weg sucht, findet ihn vielleicht irgendwann. Oder lässt sich vom RNS-Navigationssystem leiten. Das empfängt
die Weisungen direkt von oben".
Ich glaube, auch mit der Bibel in der Hand wird das mit den Weisungen direkt von oben nicht so einfach sein. Die Fragen vor denen ich tä
glich stehe, sind eben nicht mit Frage und Antwort in der Bibel niedergeschrieben. - Noch weniger gibt sie uns unmittelbar Auskunft bei den Fragen, die mich tagtäglich ins grübeln bringen. Nichts über
Gentechnik, keine konkrete Anweisung ob es richtig ist, mit dem Bus oder mit dem Auto in die Arbeit zu fahren.
Aber für mich als Christen kann die Bibel dennoch eine Hilfe sein, schwierige Entscheidungen zu fällen: Wenn die Bibel
mein Kompass ist. Wenn ich mir von ihr sagen lasse, wo "der Norden" in meinem Leben liegt.
Diese Kompassnadel zeigt für mich da ganz deutlich auf das Liebesgebot, das mich die anderen als Geschwister ansehen lässt. Sie zeigt auch auf den Schö
pfergott, der uns den Auftrag gegeben hat, diese Welt zu bebauen und zu bewahren. Es gibt noch viele andere solcher Richtungsanzeigen in der Bibel, die mir zeigen, wo "der Norden" liegt.
Die richtigen Wege einzuschlagen, diese Entscheidung wird mit damit noch nicht abgenommen. Den richtigen Weg muss
ich dann schon selber gehen. Im Vertrauen auf Gott, dem mit mir geht, und der mir auch vergibt wo ich einmal auf dem falschen Weg unterwegs bin.
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