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Radioandachten im September 2004 auf Radio 8

Nichts zu verschenken

Am Sonntag war ich bei einem Atohändler am Ortsrand - nur so zum gucken. Na allerhand: Bei vielen Fahrzeugen lag ein Benzin-Gutschein über 500 Euro auf dem Armaturenbrett. Wer das Auto kauft, bekommt als Bonus diesen Gutschein dazu .... Tja, Deutschland im Schnäppchenfieber. Ist das nicht eigentlich Augenwischerei? Irgendwie zahle ich den Gutschein ja doch über den Autopreis - Oder nicht, ich kanns mir gar nicht anders vorstellen? Der Autohändler hat ja schließlich nichts zu verschenken.  Naja, ich wollte eh nur mal gucken.

Mein Sonntagsspaziergang am Ortsrand führt mich weiter hinaus zu den abgeernteten Stoppelfeldern. Die Herbstsonne scheint mild, warm spüre ich ihre Strahlen. Hier draußen kann ich es dann doch erleben, dass einer was zu verschenken hat:  Dieser Gott, der mir ganz umsonst die Sonnenstrahlen schickt, das Wachstum auf den Feldern schenkt und mich mit seiner Liebe umgibt.

 

Kartoffelernte

So mickrige Kartoffeln wie in diesem Jahr, habe ich schon lange nicht mehr in unserem Garten geerntet. Das hat mich richtig geärgert. Da rackere ich mich 2 Stunden ab und was dabei rauskommt ist kaum der Rede wert. Das waren eher Murmeln als Kartoffeln. Lags am Wetter?  War es zu trocken? Habe ich die Unkrautbekämpfung vernachlässigt? Stimmte die Qualität der Saatkartoffeln nicht? Ich habe mir so meine Gedanken gemacht.

Gestern abend habe ich mit einem Freund drüber gesprochen. Und was sagt der? „Warum hast du die jetzt schon raus? Die wären schon noch gewachsen, in diesem Jahr zieht sich das Wachstum der Kartoffeln eben länger hin!“ Das habe ich mich dann erst richtig geärgert: Und zwar über mich selber.

Ich habe einfach nicht genug Geduld mit den Kartoffeln gehabt, habe zu früh Ergebnisse sehen wollen. Dadurch habe ich es mir selber vermasselt. Naja, manchmal lernt man durch solche Erfahrungen. Ich wills versuchen: Geduldiger zu sein... nicht bloß im Garten, auch mit meinen Mitmenschen und auch mit mir selbst.

 

Navigationssystem

Ein Navigationssystem für ein Auto ist eine tolle Sache. Das sagt einem, wo es lang geht und man spart sich das umständliche Blättern im Autoatlas. Auf dem Heimweg aus dem Urlaub bin ich einmal falsch abgebogen- Sofort hat das System reagiert und meinem Fehler entsprechend die Route korrigiert. Soweit so gut. Aber in dieser Gegend, habe ich mich nicht ausgekannt! Wenn Computer mich in die völlig falsche Richtung geleitet hätte, ich weiß nicht, nach wieviel hundert Kilometern ich das überhaupt realisiert hätte. Dieses System verlangt mir ganz schön viel Vertrauen ab.

Aber inzwischen habe ich genügend gute Erfahrungen mit dem Navigationssystem gemacht, so dass ich ihm tatsächlich vertraue. Locker und entspannt kann ich fahren und bin ich mir sicher: Ich komme auf dem sinnvollsten Weg zum Ziel.

Ich denke: Der christliche Glaube hat da viel gemeinsam: Manches kann ich nicht schnell mal überprüfen; aber je öfter ich gute Erfahrungen mit meinem Gott mache, desto lieber vertraue ich ihm meinen Lebensweg an.

 

Der große IQ-Test

Am vorletzten Wochenende kamen einige Millionen Fernsehzuschauer heftig ins Grübeln: Jünther Jauch hatte zum großen IQ-Test geladen.

Promis und normales Publikum im Studio konnten genauso wie ich du mitmachen. Nach 2 Stunden hatte man dann sein Ergebnis auf dem Tisch. Meist irgendwas zwischen 60 und 150. Den einen wird es gefreut haben, der andere hätte sich vielleicht schlauer eingeschätzt und ist enttäuscht über seine doch nicht vorhandene Genialität. Ich sehe sie schon, die Männer, die am Montag im Büro mit stolzgeschwellter Brust sich bei ihren IQ-Zahlen gegenseitig überbieten.

Da merke ich: Irgendwie ist doch auch die Intelligenz auch etwas äußerliches, so wie die Muskelmasse oder die Oberweite. Die haben doch auch keinen Wert an sich. Ich denke: Es ist nicht wichtig, wie hoch der eigene Intelligenzquotient ist, sondern wofür man sein bischen Hirnschmalz verwendet.

 

Namen, die lebenslang bleiben

Ich habs ja nur gerüchteweise gehört: Da soll doch ein Fußballprofi sich den Namen seiner Freundin auf den Arm tättowiert haben. Und umgekehrt auch. Bloß dummerweise haben sich die beidenschin nach zweieinhalb Jahren jetzt im September getrennt. Blöd gelaufen. Liebe vergeht ... Tattoo besteht.

Ich stelle mir immer vor: Die Taufe in der Kirche ist auch sowas wie ne Tättowierung. Unsichtbar, aber bleibend; wer getauft ist, bleibt auch getauft. ... Und bleibt damit ein Mensch, den Gott liebt. Das ist eigentlich auch ganz schön mutig von diesem Gott: Er sagt da „ja, ich habe dich lieb“ zu einem Menschen, von dem keiner weiß, wie der sich mal entwickelt; was aus dem mal wird. Aber Gott bleibt dabei. - Das ist ein starkes Stück.

Und ich finde es ganz gut, dass es eine Liebe gibt, auf die ich mich verlassen kann; egal was kommt.

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