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Begegnung im Schwimmbad
Nur kurz haben wir auf unserm Sonntagsspaziergang von außen durch die Glasscheibe in das Hallenbad reingeguckt. Und prompt entdecke ich eine alte Bekannte: Seit über einem Jahr habe ich sie nicht mehr gesehen. So ein
Zufall. Sie sieht uns auch und kommt an die Scheibe. Aber irgendwie war das ganz seltsam ... so unwirklich: Sie drinnen im Badeanzug, ich mit meiner kleinen Tochter draußen in Winterklamotten: Und
dazwischen die dicke Scheibe, die jede Verständigung unmöglich macht. - So richtig hilflos standen wir uns da gegenüber.
Aber da kam meine dreijährige Tochter Johanna ins Spiel. Ihr war die Scheibe völlig egal. Sie lachte die Bekannte an, winkte, patschte mit der Hand an das Glas und hatte ihren Spaß. Und der Funke ist übergesprungen:
Unsere Bekannte hinter dem Glas machte bei der Gaudi mit.
Da war es fast egal, dass wir kein Wort miteinander wechseln konnten. Es war eben eine Begegnung der besonderen Art. „Wie die Kinder sollen wir werden" -
hat Jesus gesagt. Ja .. ein bisschen kindlicher, weniger verkopft, - ich glaube, vieles wäre weniger kompliziert.
Fitnesstudio: Abspecken
Passend zur Fastenzeit habe ich einen Gutschein für ein Probetraining im Fitnessstudio im Briefkasten gefunden. Die scheinen geahnt zu haben, dass ich tatsächlich ein paar Kilo Wohlstandsspeck auf den Rippen habe.
Vielleicht sollte ich wirklich ein bisschen mehr Sport treiben! Mit weniger Ballast ist man fitter, wendiger und nicht ganz so träge.
Die 7 Wochen vor Ostern, die Fastenzeit, das ist mehr als nur die Hungerstrecke zur Idealfigur. Denn nicht bloß der Wohlstandsspeck auf dem Hüften macht mich träge und unbeweglich. Ein bisschen zu viel Internetsurfen
ist bei mir die andere Art von Schwabbelbauch, der mich bequem macht, unflexibel, und für die Familie immer wieder zum abwesenden Papa.
Diese Form von Wohlstandspeck will ich in der Fastenzeit loswerden. Dazu brauch ich kein Fitnessstudio, aber trotzdem viel Durchhaltevermögen.
Mikado
Seit langem habe ich mal wieder Mikado gespielt. Das ist schon eine Herausforderung, die kreuz-und quer liegenden Stäbchen wegzunehmen, ohne dass da was wackelt. Und ich hab mich geärgert: Mikado ist nichts für
Perfektionisten! Es geht nicht ohne Wackeln! Irgendwann bin ich an dem Punkt, wo nix mehr geht: Egal, wie ich es versuche: kein einziges Stäbchen lässt sich wegnehmen, ohne dass eines von den anderen zu wackeln
anfängt. Da hilft kein Trick und kein Fluchen.
Vielleicht haben die alten Chinesen das Spiel erfunden, damit man was fürs Leben lernt: Es gibt Situationen, da kann man tun was man will: In jeden Fall macht man etwas falsch, tut jemanden weh - und man kann sich
vor der Entscheidung nicht drücken.
Gut hat es da derjenige, der erlebt, dass Menschen sich gegenseitig Schuld vergeben. Weil sie ja alle wissen müssten: Im Mikadospiel des Lebens geht es nicht ohne Fehler ab.
Festplatte voll
Ein neues Computerprogramm hab ich mir geleistet - ich hab mich richtig gefreut, als die CD-ROM nach langem Warten bei mir ankam. Erwartungsvoll habe ich das die Software installieren wollen. Habe mich durch die
Installationsroutine geklickt, fast bis zum Ende ... bis diese Fehlermeldung kam: „Sie haben nicht genug Speicherplatz auf der Festplatte". So ein Mist. Ich hätte nie gedacht, dass der Speicherplatz einmal
knapp wird.
Gut, wenn ich ehrlich bin, habe ich auch so ziemlich jeden Quatsch auf dem Rechner gespeichert. Aber dieses neue Programm wollte ich schon unbedingt.
Was hab ich gemacht? Ich habe ausgemistet, nachgesehen: Was ist mir wirklich wichtig, und was ist nur überflüssiger Ballast. Nicht immer war es leicht, etwas unwichtiges zu löschen - naja ... man könnte es ja doch mal brauchen...
Aber: Wenn ich das Alte nicht loslasse ist kein Platz für etwas neues. -- Nicht nur auf der Festplatte.
Eddingstriche auf dem Schreibtisch
„Johanna malen" - mit diesen Worten verbreitet unsere Tochter momentan Angst und Schrecken. Vor allem, wenn sie meine wasserfesten Edding-Stifte erwischt und auf meinen Schreibtisch zusteuert. Mein
Albtraum: Jahrhundertealte Kirchenbücher mit Strichmännchen verziert, unwiederbringliche Dokumente verschandelt... ich mags mir gar nicht vorstellen. Da hab ich schon Bammel: Denn sowas kann man nicht mehr
rückgängig machen. Die Farbe geht nicht mehr raus. Tragisch - auch wenn es nur tote Gegenstände sind
Was bin ich froh, dass es unter lebendigen Menschen anders sein kann. Da gibt es das Wunder, dass man zwar nicht alles, aber vieles ungeschehen machen kann:
~ dass Zwischenmenschliche Verletzungen heilen;
~dass, Dinge, die mir angekreidet wurde verblassen,
~ dass in die Totenstille hinein jemand ein freundliches Wort sagt.
Das Zauberwort zu diesem Wunder steht im Vaterunser: „und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern"
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