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Geschenke umtauschen
Endlich sind sie rum, die Feiertage. Die Geschäfte machen wieder auf, und etliche Leute marschieren in die Läden um ihre Weihnachtsgeschenke umzutauschen. Ist der Pulli zu klein, hat man das Buch schon doppelt, ist
die Krawatte zu schrill: Gutschreiben und umtauschen - das ist die Lösung.
Ich stelle mir vor: Da ist einer unterwegs, mitten ins Ansbach, er hat das Jesuskind dabei und drückt es dem Pfarrer der Gumbertuskirche in die Hand: „Ich weiß schon: Gott schenkt uns seinen Sohn. War ja gut gemeint,
aber irgendwie kann ich den nicht gebrauchen. Ich hätte doch lieber was praktischeres“.
Tja, zu Weihnachten wird er gern genommen, der holde Junge in der Krippe. Schließlich gehört er da irgendwie dazu. Aber wohin mit ihm in den Tagen danach? Taugt der denn für den Alltag?
So mancher vergisst glatt, ihn auszupacken - und merkt gar nicht, dass Jesus einer ist, der uns auch heute noch viel zu sagen hat.
Tiefenangst
Etwa 5 Prozent der Deutschen leiden unter Höhenangst. Aber ein viel höherer Prozentsatz ist von der Tiefenangst betroffen:
So nenne ich die Angst davor, dass ein Gespräch am Kaffeetisch oder am Gartenzaun zu tief geht. Über den Nachbarn oder die Politiker kann ich immer und zu jeder Zeit ein angeregtes Schwätzchen führen. Aber manchmal gibts den Punkt, wo so ein Gespräch anfängt Tiefe zu gewinnen. Da gehts dann um Themen, die mich persönlich tief berühren: Tod und Leben, Angst und Hoffnung, Glaube und Liebe.
Die meisten Menschen spüren sehr genau, wo der Punkt ist, an dem eine nette oberflächliche Unterhaltung anfängt, an Tiefe zu gewinnen. Und da rührt sie sich dann - die Tiefenangst. Die Furcht vor den persönlichen
Themen und den echten Fragen des Lebens.
Mit dem Blick auf die Uhr rettet man sich mit zwei Sätzen
„Achja, ich muss ja weiter,“ - dieser Satz ist oft genug geschwindelt
Und: „Ich hab ja schon viel zulange gequatscht.“ - dieser Satz dagegen ist leider meistens wahr. - Denn das Leben ist eigentlich zu kurz, um nur zu quatschen.
Nichts mehr zu retten
Eigentlich wollte ich am Computer ja nur ein Programm zur Spracherkennung installieren, aber dann nahm das Schicksal seinen Lauf: Das Mikrofon funktionierte nicht - kein Problem: Ein paar Klicks in der
Systemsteuerung, dann kriege ich das schon hin. Aber ich kam vom Regen in die Traufe. Mit jedem Versuch, den Rechner wieder ins Lot zu bringen wurde es schlimmer! Schließlich ist er nicht mal mehr gestartet.
Und das passiert mir! Ich habe doch sonst alles hinbekommen, wurde von anderen dafür bewundert, dass der Computer mir aufs Wort gehorcht. Katastrophe.
Demütig bin ich dann zum Computerhändler. Der hat nicht gelacht, nicht mal geschmunzelt, sondern einfach geholfen. Danach wars wieder in Ordnung.
Komisch:
Als Pfarrer sage ich den Leuten: Ihr müsst nicht alles können. Gott liebt euch, auch wenn ihr nicht perfekt seid. Es gehört zum Christsein, sich helfen zu lassen, wo man selbst hilflos ist. Aber, bei der Sache mit dem Computer habe ich gemerkt, dass ich mir mit meinem Stolz manchmal selbst im Weg stehe.
Lass die Sonne nicht über deinen Zorn untergehen
Der Jahreswechsel naht - und wir schauen nach vorne: Wir planen für die Silvesterparty, kaufen Sekt und Raketen, legen uns schon gute Vorsätze fürs neue Jahr zurecht. Wenn ich so eifrig nach vorne schaue, vergesse
ich fast den Blick zurück. Was ist aus meinen Planungen für 2004 geworden? Was ist gelungen, wo bin ich gescheitert? Wofür kann ich dankbar sein?
Es.ist nicht immer leicht da noch einmal drauf zu schauen. Aber es tut gut, am Jahresende in einer ruhigen Stunde das Jahr auch einmal wirklich revue passieren zu lassen und damit abzuschließen. Wenn ich mir das
nicht gönne, fiihle ich mich vielleicht irgendwann einmal wie ein Durchlauferhitzer für die immer schneller an mir vorbeirauschenden Jahre.
Jesus hat einmal empfohlen, sogar jeden Tag so abzuschließen, bevor der neue anbricht. Er sagt, "Lass die Sonne nicht über deinen Zorn untergehen" - umso mehr sollte man darüber auch nicht das Jahr zu Ende
gehen lassen.
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