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Ich bin ein Landungsklatscher und Warmduscher Warmduscher, Vorwärtseinparker, Parkscheinlöser. Diese modernen Schimpfworte haben was für sich. An eines von ihnen musste ich heute Nachmittag
denken, als ich am Nürnberger Flughafen aus einer Urlaubswoche zurückkam: „Landungsklatscher“ - die Leute, die brav nach der erfolgreichen Landung im Flugzeug applaudieren. Das sind die
Landungsklatscher und gehören mit den Warmduschern und Teletubbies-zurückwinkern in die gleiche Schublade. Ich bekenne hiermit: Ich bin ein Landungsklatscher, und ich finde: Landungsklatschen hat was
für sich. Klaro: Man könnte fragen: Wozu eigentlich? Der Pilot wird ja schließlich dafür bezahlt, dass er uns heil in die Ferne und wieder zurückbringt. Warum dann noch klatschen? Ich klatsche ja auch
nicht, wenn die Bäckerin mir die Semmeln über die Theke reicht...
Naja: Ich würde sagen, weil an der Leistung des Piloten mein Leben hängt. Wenn mein Friseur mal un-ausgeschlafen an die Arbeit
geht, sind schlimmstenfalls meine Haare für ein paar Wochen verhunzt. Wenn der Kerl vorne im Cockpit Mist baut, ist für mich und ein paar hundert andere Leute Schluss. Noch etwas: Ich klatsche auch
für noch einen andern, der nicht bei der Lufthansa angestellt ist: Ich sage beim Landungsklatschen auch ein Dankeschön an Gott: Danke, dass ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Danke, dass mein
Leben, genauso wie das des Piloten, in Gottes Hand bestens aufgehoben ist.
Weshalb Moorhuhn 2 nicht allgegenwärtig ist. Heute war es soweit: „Moorhuhn 2" - der Nachfolger des
Computerspiels zum Huhn-Abballern kann endlich gespielt werden. Im Internet kann man sich das Spiel herunterladen. - Besser gesagt, man könnte .... theoretisch. Denn Millionen von Mohrhuhnfans wollten
das Spiel und besuchten die Homepages auf denen das Huhnprogramm bereitlag. Zuviel für die Datenautobahn. Die Verbindungen zu den Mohrhuhn-Servern waren hoffnungslos verstopft. Nichts ging mehr. Nach
10 Minuten hätte ich Mohrhuhn 2 normaleweise auf meinem Rechner herunterladen können, aber nach dieser Zeit waren grade mal 2% über die Datenleitung gekrochen.
Dauerwarten - nichts geht mehr. Ich
war schon sauer. Die schöne moderne Technikwelt wird von ein bisschen „Moorhuhn 2" lahmgelegt. Keine Chance, das Spiel zu bekommen. Aber so ist es eben: Niemand kann sich zerteilen und überall
sein; weder Menschen noch Datenströme. Szenenwechsel: Ich erinnere mich an den Kindergottesdienst, als ich noch einige Jährchen jünger war. Die junge Frau dort hatte uns erklären wollen, dass Gott
überall ist. - Wir fanden das lustig: „Ist er dann auch im Schlüsselloch?“ haben wir sie ausgequetscht - „oder auf dem Klo?“. Blödsinnige Fragen! Aber wie soll man auch kapieren, dass Gott überall ist.
Naja, nach so einem frustrierenden Moorhuhn-Erlebnis finde ich die Idee vom allgegenwärtigen Gott schon toll: Gott ist also einer, für den es keinen Leitungs-Engpass gibt. - Er meldet sich
nicht bei mir ab und sagt: „Sorry, ich habe grade in Spanien zu tun, pass bitte heute selber auf dich auf.“ - Er sagt nicht „Bedaure, dass es dir schlecht geht, aber ich muss grade in Russland 100
Trauernde trösten.“
Gott ist immer online. Beten, ihn um etwas bitten, das geht immer - Gott sei dank.
... wenn man sein halbes Leben in Baustellenumleitungen verbringt In
Herzogenaurach ist die Bau-Wut ausgebrochen. An jeder Ecke ist die Straße aufgebuddelt, weil die Wasserrohre saniert werden sollen. Die Folge: Jede Menge Umleitungen und Einbahnstraßen. Da soll mal
einer probieren, jemanden in der Innenstadt zu besuchen: Ich will zu Petra. Am ersten und einzigen Kreisverkehr ist schon die gewünschte Richtung gesperrt. Eine Umleitung sagt: „Nach links!“ Ich fahre
links, dann wieder rechts. Jetzt bin ich meinem Ziel schon näher, aber wieder ein Schild: Einbahnstraße - aber eben andersrum, als ich es gebraucht hätte. Ich versuche es von der anderen Seite, denn
eigentlich ist die Innenstadt gar nicht so groß. Das Dumme: Irgendwann gehts wieder nicht weiter. Und noch dümmer: Wegen der vielen Einbahnstraßen kann ich nicht schnell mal wenden, wenn ich merke,
dass es die falsche Richtung ist. Ohne Erbarmen muss ich dann der falschen Richtung bis zum Ende der Einbahnstraße folgen ... bis am Ende der Straße mich ein Umleitungsschild nochmal in die absolute
Verzweiflung stürzt.
Da soll mir noch mal ein Schlaukopf sagen „der Weg ist das Ziel“. Denkste: Ohne Ziel kann ich mir den ganzen Weg sparen, da rentiert sich die ganze Fahrerei nicht. Nicht bloß,
wenn es um den Besuch bei einer Freundin geht. Auch wenn ich das ganze Leben anschaue: Planlos in den Einbahnstraßen, Tunnels, Umleitungen und Highways meines Lebens herumzusausen - das macht eine
Zeitlang zwar richtig Spaß, aber wenn man ohne Ziel auch nirgends ankommt? Das kann es ja nicht gewesen sein.
In meiner Herzogenauracher Baustellenstory gab´s dann doch noch ein Happy End : Ich
habe Petra irgendwann angerufen, die hat mir dann gesagt: Bleib wo du bist, ich komm dir entgegen, ich hole dich ab. So kam ich doch noch an. Zum Thema „Weg und Ziel“ hat Jesus von sich gesagt: Ich
bin der Weg, auf dem ihr zu Gott kommt. Ich glaube, das hat viel mit der Umleitungsstory zu tun: Gott hat damals gemerkt, dass die Menschen es nicht geregelt kriegen, wenn sie zu ihm wollen. Die machen
allen Blödsinn, kurven überall rum, aber kommen ihrem Lebenssinn eigentlich nicht näher. Darum kam Jesus ihnen entgegen: „Kommt mit mir, ich zeige euch den Weg. Vertraut mir, ich bringe euch Gott näher“.
- Tja, mit dem Blick auf Jesus ist dann wohl doch der Weg dann doch fast schon das Ziel.
Das unsichtbare Tattoo . Tattoos sind ja schwer in. Mich wundert´s, dass manche
Tätowier-Studios nicht schon im Schichtbetrieb arbeiten. Viele Leute sind scharf auf diese bunten Bildchen auf der Haut, die nicht mehr weg gehen. Ein Tattoo bleibt. Da hilft kein Waschen, kein Rubbeln -
das Zeichen auf der Haut geht nicht so einfach weg. Es gibt übrigens noch ein anderes Merkmal, das viele von uns tragen, das auch nicht weggeht: Die Taufe. Ich glaube, die Taufe ist so etwas wie eine
unsichtbare Tätowierung. Ein „Wasserzeichen“. Bei der Taufe verspricht man dem Kind: Gott will dein ganzes Leben für dich da sein - egal, was kommt. Die Taufe hält wie eine Tattoo ein Leben lang. Man
kann zwar so tun, als hätte man es nicht, aber es ist trotzdem da. Manche Leute vergessen es auch, denken nicht mehr dran, dass sie getauft sind. Naja. man kann ja sagen: Ich hab mich 10 Jahre lang
nicht um Gott gekümmert, dann wird er auch nichts mehr von mir wissen wollen. - Nö! - Das Wasserzeichen der Taufe bleibt: Gott bleibt in meiner Nähe, so unsichtbar, wie auch das Wasserzeichen der Taufe
ist.
Ich finde es klasse, dass Gott mir nicht vom Pelz rückt, er sagt: Keine Bange, ich bin ja bei dir. Wenn du mich brauchst, bin ich nur ein Gebet weit weg. Als evangelischer Christ fand ich
es immer komisch, wenn katholische Leute in ihren Kirchen so mit den Weihwasser an der Türe rumhantierten. Dann hat mir mal jemand erklärt, wozu das Wasser gut ist: Das Wasser erinnert an die eigene
Taufe. So vergisst man es nicht so schnell, dass man ja getauft ist, dass Gott einen nicht verlässt. Seitdem finde ich das mit dem Weihwasser irgendwie gut.
Auch ohne Weihwasser wünsche ich euch einen schönen Abend.
Krimizeit: SOKO 5113 Krimi-Zeit im ZDF: Die Ermittler der SOKO 5113 sind diesmal im Kloster unterwegs. Ein junger Mönch ist spurlos verschwunden. Als fromme Erholungssuchende schleust
Kommissar Schickl sich und sein Team in das Kloster ein. Natürlich finden die Polizisten eine heiße Spur: Drei Mönche sind in ganz verschiedene dunkle Machenschaften verstrickt - nach eineinhalb Stunden
ist der Fall gelöst. Eben, wie es sich für einen Krimi am Samstagabend gehört.
Die Schluss-Szene ist mir noch in Erinnerung geblieben: Ein fast schon seelsorgerliches Gespräch zwischen Kommisar
Schickl und dem Leiter des Klosters. Der Kommissar kann´s nicht packen , dass auch Mönche Verbrechen begehen können. Die Antwort des Mönchs: „Jede Herde hat ihre schwarzen Schafe“.
Klar es ist
eine Binsenweisheit: Nicht bloß in der Politik gibt es Kofferverschieber, WestLB-Flieger und Spendensumpfhühner. Auch unter Christen gibts es Steuerhinterzieher, Falschparker und Lady-Killer. Für mich
ist die Frage: wie gehe ich mit der Tatsache um, dass wir Menschen nicht perfekt sind? Was mache ich, wenn sich herausstellt: „Mein Freund hat Mist gebaut“ - oder: „Ich selber habe Schuld auf mich
geladen.“
Die Politiker praktizieren momentan ein ganz seltsames Spiel: Sie erklären sich selber für unschuldig: „Jaja, ich habe gelogen. Aber das ist doch eigentlich gar nicht so schlimm, ich
hab´s ja nur in bester Absicht getan“. - Zurück bleibt ein Schulterzucken und ein schales Gefühl im Bauch. Zurück zu den Klostermauern: Wie gehen denn Christen damit um, wenn einer am andern schuldig
geworden ist? - Vergebung heißt da das Zauberwort. Da muss keiner seine Fehler nachträglich wegdiskutieren. Nein: Wenn jemand seine Schuld eingesteht, wenn´s ihm leid tut, dann kann ich ihm auch
vergeben. Für uns erscheint das altertümlich, wenn im Kloster die Mönche sich gegenseitig ihre Schuld eingestehen und dann auch gegenseitig sagen: Ich vergebe dir. Nichts soll mehr zwischen uns stehen.
- Aber die Idee finde ich auch heute noch super: Nicht die eigenen Fehler kleinreden, sondern sie sich eingestehen - und Menschen oder Gott um Vergebung bitten.
Denn jede Herde hat ihre
schwarzen Schafe - aber in der Waschanlage der Vergebung haben auch die eine Chance, wieder weiß zu werden.
Desaster Euopameisterschaft - Ribbecks Gurkentruppe Fußballtrainer sein,
da hat man´s schon nicht leicht. Am Ribbeck haben wir es ja wieder sehen können: Da spielt eine Gurkentruppe Rasen-Schach, und der Trainer kann gehen. Ich weiß gar nicht ob das traurig oder eher lustig
ist.
Ich hab mir überlegt, ob Pfarrer auch so eine Art Fußballtrainer sind. - Trainer für das Leben mit Gott. Ich finde, da gibt es schon etliche Parallelen. So ein Pfarrer hat einen ähnlichen
Arbeitsauftrag: Er soll seine Mannschaft, die Christen in seiner Gemeinde fit machen für das Leben im Glauben. - Trainer haben eine Ahnung von Fußball, Pfarrer und Pfarrerinnen wissen viel über den
Glauben, haben das sogar studiert.
- Fußballtrainer lieben den Sport heiß und innig, bei einem Pastor erwarte ich auch, dass er seinen Glauben an Gott klasse findet, und das alles nicht bloß als reinen Brötchenerwerb ansieht.
- Ach
ja: Fußballtrainer sind selber nicht die weltbesten Spieler, wenn die selber Fußball spielen, dann werden auch sie Fehler machen - das ist klar. Naja, bei den Pfarrern ist es eigentlich genauso, die sind
auch keine Heiligen. Die machen auch Fehler, treten auch mal Leuten unberechtigt auf den Schlips. Das sehen die Leute leider oft nicht ganz so locker. - Da ist die Übereinstimmung nicht ganz so toll.
- Aber die wichtigste Parallele hat ein Fußballer mal so formuliert: „Wichtig ist auf dem Platz“ - Auf deutsch: Die Mannschaft muss selber spielen, das kann der Trainer nämlich nicht machen.
Wenn die Fußballspieler auf dem Feld nur dumm rumstehen, dann hilft der tollste Trainer nichts. Und wenn die Christen mit ihren Glauben nichts anstellen, dann kann der Pfarrer gleich wieder heimgehen.
„Wichtig ist auf dem Platz“: Wenn ich schon an einen Gott glaube, dann sollte ich auch was draus machen. Vielleicht mal überlegen, was würde Jesus jetzt an meiner Stelle tun? Das wäre ja schon mal
ein Anfang.
Der Sonntagsgottesdienst ist nur eine Trainingseinheit. „Das Runde muß in das Eckige“: Der Glaube muss in das Leben rein.
Ist nicht immer ganz einfach, aber wozu gibts denn Trainer?... Ich wünsche euch viel Erfolg beim ausprobieren!
Unaussprechlich und echt geheim: Was ist das Nizäno-Konstantinopolitanum? .
Heute Abend habe ich, so wie 40 % der fernsehschauenden Bevölkerung mal bei Günther Jauch´s „Wer wird Millionär“ zugeguckt. Irre, manche Fragen - denke ich mir -. Die weiß doch kein Mensch.
Ich hätte da auch eine: „Wie heißt das Glaubensbekenntnis, das im Jahre 325 verabschiedet wurde?“ A) Apostolikum B) Ninzäno-Konstantinopolitanum C) Nizämum oder ... naja lassen wir das.
Heute weiß das kaum einer, aber zu der Zeit, als dieses Glaubensbekenntnis, das wir so ähnlich im Reli-Unterricht gelernt haben, entstanden ist, hat das jeder gewusst. Damals haben nicht nur
hochgelehrte Theologen und Kirchenmänner da herum-diskutiert. Nein, das Problem, mit dem sich das Glaubensbekenntnis herumschlägt, hat die ganze Stadt bewegt. „Ist Jesus so wie Gott?“ „Oder ist er Gott“
- „Oder ist er irgendwie doch eher nur ein Mensch gewesen?“ - Darum ging es damals. . Die Frage war ein öffentliches Thema. So wie die Menschen heute über Big Brother oder über Naddels Oberweite
diskutieren, haben die sich damals über Jesus seine Himmelfahrt uns seine Verhältnis zu Gott unterhalten.
Morgens beim Bäcker sagt da die Lydia: „Guten Morgen, ich hätte gerne 5 Semmeln und 1
Roggenbrot. Achja, stellen sie sich vor: Ich hatte gestern abend eine klasse Idee, Frau Bäcker: Vielleicht kann man Gott mit einer brennenden Kerze vergleichen und Jesus mit dem Schein dieser Kerze.“ -
„Ja, wieso?“ Fragt der Mann hinter ihr in der Reihe: „Naja, der Schein kann nicht ohne die Kerze existieren; aber zugleich kann eine Kerze nicht brennen, ohne einen Lichtschein zu verbreiten.“ „Genau,
da ist ne prima Idee“ ruft Gregor - er steht weiter hinten in der Reihe - „das heißt, dass Jesus und Gott untrennbar zusammengehören. Jesu gehört also ganz und gar zu Gott; ist aber eben auch anders,
nämlich auch Mensch.“ - Heiße Debatten um Gott beim Bäcker und am Obststand - das war in diesem Jahrhundert an der Tagesordnung. Schade, dass es so etwas bei uns nur ganz selten gibt. Ich finde es
klasse, wenn Menschen miteinander über ihren Glauben diskutieren. In Jugendgruppen der Kirchen passiert das oft. Aber beim Einkaufen, im Bus, da ist es vielen eher peinlich. Glaube ist zwar etwas
persönliches, aber nichts geheimes. Darum hoffe ich, dass wir es wieder lernen, auch mal öffentlich über unsern Glauben zu reden. - Dass wir ein bisschen was lernen von der Mentalität der Leute von vor
1610 Jahren - als dieses Bekenntnis, das Nizänum, geschrieben wurde.
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