Andachten auf Charivari 98,6 im Advent 2010

Andachten in der ersten Adventswoche
Montag: Startschuss für den Advent
Dienstag. Abgefahrene Reifen
Mittwoch: Adventskalender
Donnerstag: Memoryeffekt
Freitag: Laden in der Nebenstraße
Samstag: Plätzchenbacken

Start in den Advent

Guten Morgen, gestern war erster Advent – wir befinden uns auf der Zielgeraden vor Weihnachten. Der Endspurt kann beginnen.  Moment, was sag ich da gerade – Mist – können wir das rausschneiden? Stimmt doch gar nicht, was ich da sage! Also: Natürlich war gestern der Erste Advent. Aber: Zielgerade, Endspurt? Wir sind ja nicht bei der Formel 1, wo es drum geht, der Erste und Schnellste zu sein.  Ruhe, einen Gang zurückschalten ist das Thema. Den Schneeflocken zuschauen, ein Glas Tee trinken, Mit Tante Frieda am Telefon ein Viertelstündchen entspannt plaudern. Sich anhören, wie andere sagen, dass es in der Innenstadt der totale Streß ist mit dem Einkaufen, und dann sagen: „Ach? Ich habe hier ums Eck ein paar nette Kleinigkeiten eingekauft, das langt.“

In welche Richtung solls in diesem Advent gehen?  Formel 1 oder Sofaecke? Jetzt ist noch Zeit, sich zu entscheiden, wie die nächsten Wochen aussehen sollen. Mein Tipp: Lassen sie´s langsam angehen, schrauben Sie Ihre Erwartungen herunter, denn hektischer als geplant wird es sowieso ganz von alleine. Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Abgefahrene Reifen

Guten Morgen. Vor einer Woche hat mich beim Reifenwechsel fast der Schlag getroffen. Ich montiere den Vorderreifen herunter und sehe:  Der ist ja total abgefahren.  Aber derart … an der inneren Seite, da wo man eigentlich nie  hinschaut, da war schon der gesamte Gummi weg; da lag dieses gitterartige Gewebe ausgefranzt frei. Moanoman – ich habe keine Ahnung, wieviel Reserve da noch war, bis es ihn zerrissen hätte. Und am Tag vorher bin ich noch mit einem Kollegen damit über die Autobahn gedampft. Gott sei Dank, dass da nichts passiert ist. Schon seltsam: Da fährst du seit Wochen völlig ahnungslos durch die Gegend, zischt über die Autobahn und ahnst gar nicht, in welcher Gefahr du schwebst.

Ich denke, das passiert uns Menschen häufiger, als wir es vermuten. Dass wir wie durch ein Wunder vor Schlimmen bewahrt werden, ohne dass wir es merken. Und wenn wirs dann doch mal im nachhineinen mitbekommen, reden wir davon, dass wir halt Glück gehabt haben.  Ich glaube: Das ist mehr als Glück. Darum sage ich in solchen Momenten ganz gerne ganz bewusst: Gott sei dank! Einen behüteten Tag wünsche ich Ihnen

Adventskalender

Guten Morgen, wir haben den 1. Dezember,  ab sofort werden die Adventskalender in Betrieb genommen. Und, haben sie schon das erste Fenster aufgemacht?  Wie? Sie haben keinen Adventskalender? Ach, sie sind erwachsen? …aber das ist doch kein Argument!

Also ich möchte nicht drauf verzichten. Allein das tägliche Ritual mit dem Türchen ist Gold wert. Mittags nach dem Essen einen Espresso rauslassen, das Kalendertürchen aufmachen, was naschen und 5 Minuten noch ein Plausch am Küchentisch, bevors wieder ins Büro geht.  Das gibt’s bei mir bloß im Advent. Und ohne Worte spüre ich: Das Warten auf Weihnachten ist einfach was besonderes. Eine Zeit, in der ich mir auch Zeit nehmen will. Manchmal auch um drüber nachzudenken, welche Bedeutung dieser an Weihnachten geborene Jesus in diesem Jahr für mich hatte. Dazu braucht man dazu eigentlich keinen Adventskalender, aber ich gebe offen zu: Ohne Kalender würde ich mir noch seltener Zeit zum Nachdenken gönnen. Darum: Besorgen sie sich mal wieder einen Kalender!  Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Memoryeffekt

Guten Morgen, Memoryeffekt, dieses Wort lehrt allen Fans von Elektrospielzeug das Grauen: Bestimme wiederaufladbare Batterien haben das: Wenn man die immer gleich nach einer kurzen Benutzung wieder auflädt, merken die sich sozusagen, dass man nur ganz wenig Energie von ihnen verlangt. Und nach einiger Zeit können sie dann wirklich nur noch so lange Strom abgeben, wie sie es in der letzten Zeit gewöhnt sind. Das große Potenzial der Batterie habe ich nie ausgeschöpft, und darum ist es verkümmert – Memoryeffekt. Ich habe das Gefühl: Diesen Effekt haben wir auch in Glaubensfragen.  Eigentlich hätte ich mit dem christlichen Glauben eine gewaltige Energiequelle für mein Leben. Aber meist rufe ich das Potential nicht ab: Glaube wird nur hie und da eingesetzt .. da, wo ich halt mal nicht weiter weiß. Aber Großes erwarte ich das selten. Und wenns mal drauf ankommt, dann kommt der Memoryeffekt: Soll ich wirklich in dieser schwierigen Situation auf Gott vertrauen? Was ist, wenns schief geht? Ich habe ja keine Erfahrungen damit. Da wird’s dann Zeit, was gegen den Memoryeffekt zu tun: Mal Glauben zu riskieren, zu schauen: Was geht mit Hoffen und Beten. –  Immerhin: „Der Glaube kann Berge versetzen“ hat Jesus gesagt.  Der Versuch ist es also wert. Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Laden in der Nebenstraße

Guten Morgen, „Tschuldigung. Haben Sie Ersatzglühbirnen für Taschenlampen?“ Mit dieser Frage bin ich durch Herzogenaurach getingelt. Die Birne meiner Taschenlampe hatte den Geist aufgegeben, ich brauchte eine neue.  Und in allen möglichen Läden bekam ich ein „Nein“. Mal ein freundliches „Tut mir Leid“, mal hörte ich eher ein derbes „nö, bloß komplette Taschenlampen“. Woanders gabs dann diese Modernen LED- Dinger. Irgendwann hatte ich fast alle diese schicken und modernen Läden in der Hauptstraße durch. Dann fiel mir der altmodische kleine Elektroladen in einem kleinen Nebengässchen ein. – Gab es den Laden eigentlich noch?
„Guten Abend, haben Sie Glühbirnen für Taschenlampen?“ – Sie lächelt mich an, verschwindet nach hinten. Dann kommt sie wieder. Eine hölzerne Schublade trägt sie; mit vielen vielen Fächern. Und da drin funkelten Sie: Glühbirnchen. Alle ganz verschieden. – „Na, was für eine brauchen Sie denn?“

Schon bemerkenswert. Das, was ich eigentlich brauchte, habe ich nicht in der bunten, modernen, pulsierenden Hauptstraße gefunden. Die Dinge, die das Leben wirklich hell machen, denen begegnet man eher in den ruhigen Ecken. Dort überdauern sie die Zeiten, warten darauf, von mir entdeckt zu werden, wie die kleinen funkelnden Glühbirnen. Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Plätzchenbacken

Guten Morgen, backen Sie ihre Plätzchen noch selber? Das ist ja mittlerweile echt unsinnig: Die gibt’s beim Discounter ja so günstig, da rentiert sich das ja gar nicht mehr. Und die Sauerei in der Küche … alles pappt, dann fällt beim Ausstechen was runter, das hängt dann an den Schlappen. Und die Ausstecher, da hat man ja auch nur ein paar Förmchen, da hat die gekaufte Packung ja auch ein viel breiteres Angebot. Und die Zuckerstreusel, und was man sonst draufmacht: Da gibts ja immer nur so Riesenpackungen, die man in 10 Jahren nicht aufbraucht. Vom Backen, den verbrannten und zerbrochenen Exemplaren will ich gar nicht reden. Ich sags ihnen: In dem Jahr … machen wirs wieder: Wir backen mit der ganzen Familie. Da ganze Haus duftet danach, die Kinder machen mit und naschen Teig und Plätzchen. Das ist Advent! Wir spüren: Es geht nicht um Konsum, um Effizienz oder Schnäppchenpreise. Es geht um eine besondere Zeit, wo man sich auf das und diejenigen besinnt, die einem wichtig sind.  Wenn Gott überlegt hätte, ob es sich rentiert, Jesus auf die Welt zu schicken, dann wäre Weihnachten vielleicht auch ausgefallen. Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

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