Radioandachten auf Charivari 98,6 im Februar 2013

Montag: Die 10 Gebote: Du sollst nicht stehlen
Dienstag: Auf dem Hochsitz
Mittwoch: Nimms sportlich
Donnerstag: Sonnenschein (Winterende)
Freitag: Frieden mit der Vergangenheit
Samstag: Fastenzeit – Zwischenstand

Montag: Zehn Gebote

Guten Morgen,
momentan lernen meine Konfirmanden die 10 Gebote. Da ist es immer wieder spannend, zu entdecken, was diese Gebote so alles beinhalten.
Beim „du sollst nicht stehlen” habe ich gemerkt, dass dieses Gebot für unsere Konfirmanden eine ganz neue Qualität bekommen hat, seit fast jeder von ihnen ein tolles Handy hat.
Es geht ihnen nicht mehr um das Verbot, im Laden keine Kaugummis zu stehlen . Sie haben vielmehr entdeckt, wie so ein Gebot sie selber schützen kann!
Wie wäre das, wenn ich keine Angst mehr haben muss, dass mein Smartphone aus der Schultasche geklaut wird.
Wenn ich nicht immer ein wachsames Auge auf mein Zeug haben muss.
Wenn nicht mehr Skepsis und Vorsicht, sondern Vertrauen in die Anderen das Miteinander bestimmt.
„Du sollst nicht stehlen” – das war plötzlich kein Spaßverderber-Verbot eines strengen Gottes  mehr. Sondern es zeigte eine Möglichkeit zu einem Leben, das besser wäre … wenn sich alle dran halten würden.

Ja … wenn …
…. aber da liegt es ja an uns, etwas aus solchen Geboten zu machen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen
 

Dienstag: Auf dem Hochsitz

Guten Morgen,
kürzlich hat mir ein Jäger erzählt wie er kürzlich zum ersten Mal nach vier Jahren wieder ein Wildschwein erlegt hat. Da steigt er mindestens 1x pro Woche auf seinen Hochsitz und wartet, bis da mal was auftaucht. Und wenn sich mal was bewegt, dann ist es nur ein Jogger oder ein Liebespärchen. Und wenn die vorbei sind, weiß man dass an in der nächsten Stunde wohl kein Wildschwein mehr aufkreuzt.
Ich bewundere diese Geduld – ich glaube, ich wäre nur hippelig und hätte gar nichts von dem, wovon die Jäger so schwärmen: Die Ruhe der Natur, die Atmosphäre des entspannten, geduldigen Wartens.

Vielleicht sollte ich da ein bisschen üben.
Nicht immer alles gleich haben wollen.
Warten können.
Sich nicht entmutigen lassen – auch wenn das, worauf man hofft, lange nicht zu sehen ist.

Jäger haben ja nicht immer da beste Image. Aber in dieser Hinsicht können wir von der Jägerzunft wohl einiges lernen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Mittwoch: Nimms sportlich

Guten Morgen,
es gibt Tätigkeiten, die schiebe ich liebend gerne vor mir her. Zum Beispiel Spendenquittungen an unsere Gemeindeglieder austragen. Dann stapeln die sich. Sie der Post innerhalb unseres  Dorfs zu verschicken, ist mir zu doof, aber zum Austragen kommt man eben auch nicht so schnell – das braucht ja auch seine Zeit.
Endlich hatte ich eine rettende Idee: Ich mache einen Joggingrunde draus. Vor dem Frühstück, wenn noch keiner auf der Straße ist, geht es 5 Kilometer durch Dorf und Neubausiedlung – nach knapp 35 Minuten ist der Job erledigt, Porto gespart und etwas für die Gesundheit getan.

Vielleicht haben Sie ja auch so eine Aufgabe, zu der Sie einfach keine Lust haben, die Sie ewig vor sich her schieben. Dann nehmen sie es doch – im übertragenen Sinn – sportlich! Machen sie eine persönliche Herausforderung für sich daraus. Aktivieren Sie ihren Spieltrieb. Und belohnen sie sich, wenn es gut klappt.
Möglicherweise brauchen Sie schon etwas Phantasie, um so etwas wie die unerledigte Steuererklärung als reizvolle Herausforderung zu zelebrieren.
Lassen sie sich etwas einfallen! Und ran an den Speck: Und freuen sie sich, wenn diese aufgeschobenen Aufgaben endlich vom Tisch sind.
Einen guten Tag, und kreative Ideen wünsche ich Ihnen!

 

Donnerstag: Trübe Aussichten

Guten Morgen
Heute ist meteorologisch gesehen der letzte Tag dieses Winters: So trübe und dunkel war der Winter 100 Jahren nicht mehr. Vielleicht gehts ihnen genauso wie mir: Ich sehne mich nach jedem Sonnenstrahl. Bin da förmlich ausgehungert nach Sonne und Licht.
Einfach, dass sie mal ein einem Sonntagnachmittag herausblinzelt und einen aus dem Haus lockt. Ach wär das schön!
Eigentlich habe ich ja alles, was ich zu Leben brauche. Sogar mehr als das, ich hab glatt 2 Kilo zugenommen in den letzten Wochen. Aber irgendwie fehlt mir die Sonne – ich fühle mich antriebslos, genervt einfach lätschig.
Erstaunlich, wie einem eine Sonne, von der man glaubt, dass man sie nicht braucht – dann doch fehlen kann.
Da wundert es mich nicht, dass in der Bibel Gott als Licht und Sonne beschrieben wird.
Gottvertrauen als ein Sonnenstrahl. Eine Hoffnung, die es hell machen kann, selbst wenn es ringsum düster ist.
Glaube als ein Lichtschein im Leben – der zwar nicht zum Überleben wichtig ist – aber der einem wirklich fehlt, wenn er nicht auf die Seele scheint.
In der Bibel hat der Prophet Jesaja es einmal so formuliert:
Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der Gott wird dein ewiges Licht sein.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Freitag: Frieden mit der Vergangenheit

Guten Morgen,
heute vor 260 Jahren gingen in Schweden die ereignislosesten 11 Tage der Geschichte zu Ende. Vom 18.-28. Februar war da überhaupt nichts los! Der Grund war eine Kalenderumstellung. Man ging am 17. Februar ins Bett und wachte am 1. März wieder auf.
Manche Menschen würden es sich auch wünschen, dass bestimmte Tage ihres Lebens einfach nicht gewesen wären. Weil an jenem Tag ihnen etwas Schlimmes zugestoßen ist, oder weil sie etwas getan haben, was sie bis heute bitter bereuen. Aber manches lässt sich einfach nicht rückgängig machen. Gelebte Tage lassen sich nicht löschen.
Aber man kann versuchen, Stück für Stück seinen Frieden mit solchen ungeliebten Schicksalstagen zu machen.
Das ist wirklich nicht leicht. Aber immer wieder gelingt es Menschen, aus diese Weise solche schwarzen Tage hinter sich zu lassen.
Wo bereit wird anderen Menschen zu verzeihen.
Wo man Gott und Menschen um Vergebung bittet.
Wo man aufhört, immer weder zu fragen, was wäre gewesen wenn alles ganz anders gekommen wäre.
Nein löschen können wir solche Tage nicht – aber wir können einiges tun, um sie in der Vergangenheit zu lassen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Samstag: Fastenzeit – Zwischenstand

Guten Morgen,
wie die Zeit vergeht – ist doch glatt schon wieder Samstag. Apropos Zeit: Die Fastenzeit läuft jetzt schon seit über 18 Tagen. Schon ist Halbzeit!
Wie siehts bei ihnen aus? Verzichten sie auch auf irgendwas – ober haben sie es vor lauter alltäglichem Trubel schon aus den Augen verloren?

Es ist ja keine Schande, wenn man es nicht schafft seine Vorsätze einzuhalten.
Und es ist auch nicht verboten, die vergessenen Vorsätze, jetzt wieder zu aktivieren.
Denn die Ideen, die Leute zu Fastenzeit entwickeln sind ja toll:
Alkoholfasten, Verzicht auch Schokolade oder überhaupt aus Süßes.
Fernsehfasten, oder ganz modern: Facebook-Fasten.

Es ist ja kein Wettbewerb, bei dem es um die besten Fasten-Ergebnisse und ums eiserne Durchhalten geht. Fasten – das tut man für sich.
Darum:
Machen sie fröhlich weiter.
Oder greifen sie ihre vergessenen Vorsätze wieder auf.
Oder überlegen sie, ob sie jetzt vielleicht als Spätzünder eine halbe Fastenzeit mitmachen.
Ich wünsche ihnen dabei alles Gute

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