Andachten auf Charivari 98,6 im November 2015

Montag: Worte für mein Tattoo

Guten Morgen!
Sachen gibt’s da hab ich eine Frau getroffen die hat die Namen ihrer beiden Kinder links und rechts flächendeckend auf den Unterarm tätowiert. Da hab ich mich gefragt, was macht die, wenn ein drittes kommt? Lässt die sich dann einen dritten Arm wachsen?
Oder so Tattoos mit manchmal auch etwas peinlichen Sinnsprüchen. Sogar auf Latein! – Obwohl der Träger nie Latein gelernt hat.
Ach … genug gelästert.
Ich hab mir überlegt: Was für einen Satz würde ich mir tätowieren lassen?
Welches Wort? Welcher Gedanke wäre mir so wichtig, dass ich ihn für den Rest meines Lebens vor Augen und auf der Haut tragen wollte?
Was bringt das auf den Punkt, was mein Leben ausmacht? Nicht so gängige Slogans – sondern wirklich meins!
Puh…  ist gar nicht so einfach … haben Sie schon eine Idee … da braucht man länger, gell? … Ich sehe schon, heute früh wird das nichts mehr –

Aber das lohnt sich schon – genau nachzudenken, was mein Motto ist – wovon ich mich leiten lassen will.
Ein gutes Nachdenken wünsche ich Ihnen.

Dienstag: Nervensägen saugen!

Guten Morgen,
an meiner Tankstelle steht so ein Auto-Staubsauger. Das ist ja ein Gerät – der saugt ja alles auf, was im Auto liegt  und ihm in die Quere kommt:
Parkscheine, Kleingeld, Batterien, ganze Kekse – slurp… und weg!

Es gibt Menschen und Situationen, die funktionieren ähnlich. Leute, die mir auf die Nerven gehen, die furchtbar anstrengend sind; Konflikte, die seit Monaten vor sich hinschwelen. Die saugen jedes bisschen Lebensfreude und Energie aus mir heraus. Da bin ich gut drauf, freue mich meines Lebens … und kaum denke ich an denjenigen slupp, ist das alles weg, und alles erscheint wieder schwer, mühsam und trist.

Bei Staubsauger habe ich gelernt: Bring dein Kleingeld in Sicherheit, sonst ist es nachher weggesaugt. Bei den Lebensfreude-Saugern muss ich auch aufpassen. Manchmal muss ich mich direkt zwingen, meine Aufmerksamkeit mal nicht auf sie zu richten. Sondern auf das was im Leben gut ist und gelingt.

Jesus hat in seiner Bergpredigt auch den Tipp gegeben: Schau nicht laufend auf deine Sorgen – sondern schau auf die Leichtigkeit der Vögel, die sich von Gott versorgt wissen. Nimm die Energie, die in diesen Bildern steckt, in dich auf! Da kannst du Lebensfreude saugen – statt selber leergesaugt zu werden.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Mittwoch: Systematisch unglücklich sein

Guten Morgen,
wissen sie was Kleinkinder trotz ihres Alter schon perfekt beherrschen? Sie wissen genau, wie man sich systematisch unglücklich macht! Stellt man ihnen beim Frühstück einen Teller hin, wollen sie Müsli. Bringt man das dann wird gemotzt, weil ich die Milch schon eingeschenkt habe. Im Kinderzimmer gibt es Zoff, weil die eine immer genau die Barbie, will, mit der die große Schwester spielt. Und jeder weiß, was passieren wird, wenn die große Schwester ihr diese Barbie gibt und anfängt, mit der Playmobilprinzessin zu spielen.
Echt! Mit dieser Strategie machen sich die Kleinen systematisch unglücklich. – Kinder sind manchmal wirklich dämlich!

Ich bin als Erwachsener natürlich viel gescheiter.
~ Nie käme ich auf die Idee, stundenlang in Prospekten von Autos zu blättern, die ich mir nie leisten kann.
~ Meine Augen saugen sich nicht an makellosen halbnackten Schönheiten am Bildschirm fest – sondern ausschließlich an der meiner holden Gattin.
~ Und ich habe mich noch nie darüber geärgert, dass der Kollege im Nachbarort am Sonntag mehr Leute im Gottesdienst sitzen hat als ich.

Darum bin ich auch richtig zufrieden! (Stille, seufzen) – Besser gesagt: ich werde dran arbeiten!
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Donnerstag: Immer wieder Laub

Guten Morgen
Es ist wieder soweit: Die riesigen Eichenbäume am Rande unseres Gartens werfen ihre Blätter ab.  Wochenlang haben wir dann mit dem Laub zu kämpfen: Immer wieder fällt was runter und es nimmt kein Ende. Da kehrst du heute das Laub zusammen und schon ein paar Stunden später ist wieder alles voll.
Eine endlose, irgendwie auch frustrierende Beschäftigung…
Wie so vieles im Leben.
Manchmal geht es mir mit mir selber so: Ich merke, dass in meinem Leben nicht alles so ist, wie Gott sich das vorstellt.
Dann versuche ich es, besser zu machen, aber dann erlebe ich: Schon nach kurzer Zeit ist schon wieder alles beim Alten. Es sieht in mir genauso aus wie vorher; als hätte ich nie versucht, etwas zu verändern.
Ein endloser Kampf  – wie beim Laub dieser alten Eichen. Es ist zum Verzweifeln.

Gerade da finde ich einen Spruch von Franz von Sales ganz wunderbar.

Wenn dein Herz wandert oder leidet,
bringe es behutsam an seinen Platz zurück
und versetze es sanft in die Gegenwart unseres Gottes.
Und selbst, wenn du in deinem Leben nichts getan hast,
außer dein Herz zurückzubringen, obwohl es jedes Mal wieder fortlief, nachdem du es zurückgeholt hattest,
dann hast du dein Leben wohl erfüllt..

 

Freitag: Gott sieht mich

„denn die einen sind im Dunkeln, und die andern sind im Licht, und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht“.
Guten Morgen, was ich eben gelesen habe, ist wohl der bekannteste Satz aus Brechts Dreigroschenoper. Und auch nach über 80 Jahren ist er immer noch nicht überholt.

Trotz Fernsehen und Facebook: Viele Menschen tauchen irgendwie nie auf – scheinen keine Rolle in unserer Welt zu spielen – sind nicht im Rampenlicht, bekommen keinen Applaus und auf facebook drückt keiner den „like-Button“.

In der Bibel wird von Hagar erzählt. Eine Dienerin, die von ihrem Herrn schwanger wird und aus dem Haus flieht. Eine Frau mit großen Sorgen und nur kleinen Hoffnungen. Aber dann erscheint ihr ein Engel, der ihr einen Weg zeigt, wie ihr Leben weitergehen kann. Kein einfacher Weg – aber erste Schritte in die Zukunft.
Darauf antwortet sie mit einem Satz: „du bist ein Gott, der mich sieht“.
Dieser Satz ist wie gemacht für uns alle, die wir manchmal den Eindruck gewinnen: Ich gehöre zu der Masse im Dunkeln. ich bin nicht systemrelevant; nach mir dreht sich auf der Straße keiner um. „Du bist ein Gott, der mich sieht“.

Hagar hat gelernt: Ich habe einen Gott, der mich sieht. Dem bin ich nicht egal.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Samstag: Eine Schraube locker haben

Guten Morgen
haben Sie schon mal überlegt, ob bei Ihnen eine Schraube locker ist? Keine Sorge: Ich will Sie gar nicht beleidigen! Aber ich habe mir überlegt:

Beim Auto sorgen Schrauben zum Beispiel dafür, dass das Rad fest am Fahrzeug bleibt. Wenn da die Schrauben locker werden, so dass irgendwann Auto und Rad getrennte Wege gehen, ist das brandgefährlich.

Ich denke, wir haben auch so eine innerliche Schraube die in uns das zusammenhält, was manchmal schnell auseinander fällt:
Herz und Verstand zum Beispiel – oder Leib und Seele. Manchmal  geht die in uns auseinander, als hätten sie nichts miteinander zu tun! Da handle ich furchtbar herzlos, nur nach dem Verstand. Oder ich kümmere mich mit einem Fitnessstudio um meinen Körper – und merke gar nicht, dass meine Seele auch am Ende ist und Stärkung bräuchte. Wenn Herz und Verstand, oder Leib und Seele in mir nicht mehr zusammengehalten werden, dann scheint da wirklich eine Schraube locker zu sein.

Darum ist es gut, gelegentlich in sich selber nachzuspüren: Ist noch alles beieinander? Oder einen guten und mutigen Freund zu haben, der es dann auch mal ausspricht: Ich glaube, du hast eine Schraube locker, und solltest sehen, dass du Herz und Verstand wieder zusammen bekommst.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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